Umgebung Sand in Taufers
2. März, 2007 von Moderator
Was es außerhalb der Stadt Interessantes zu sehen gibt
Auch außerhalb von Sand selbst geht es interessant weiter. Südlich des Orts an der Straße in Richtung Bruneck liegt der auffällige Ansitz Neumelans, in der Vergangenheit der Sitz von adligen Verwaltern. Es handelt sich um einen mehrstöckigen Bau mit Walmdach, seitlichen Erkern und Park, der nicht nur beeindruckende Ausmaße hat, sondern auch kunstfertig angelegt ist.
Der Bau wurde unter dem Gerichtsherrn Hans Fieger im Jahr 1582 begonnen und stellte ein gewaltiges Projekt dar, in das ein großer Teil der durch die Zölle eingenommenen Gelder floss. In der bemerkenswerten Zeit von nur 12 Monaten war das Projekt bereits beendet, und schon stellte das Gebäude die damals moderne Alternative zur alten Zollburg dar.
Durch die neue Lage, aber auch durch neue Ausstattungsmerkmale kann man davon ausgehen, dass es unten in der Nähe von Sand wahrscheinlich komfortabler war als auf der zugigen Burg.
Wenn man schon auf die Burg Taufers zu sprechen kommt, was bei einer Beschreibung von Sand wirklich schwer zu vermeiden wäre, sollte man diesem imposanten Bau auch einen intensiven Blick widmen. Beinahe 100 Meter beträgt die Höhendifferenz zwischen dem Ahrntal und dem Tauferer Tal in der Schlucht oberhalb von Sand.
Dieser gewaltige Unterschied wird vom allgegenwärtigen Almbach in erheblichen Kaskaden bewältigt, die durch die enge Schlucht notwendig gemacht werden. So eng ist die Schlucht in der Tat, dass erst moderne Straßenbauer die heutige Straße in den Fels sprengen konnten. Daher ist es kein Wunder, dass der alte Weg unwegsamer und schwerer zu passieren war; vor allem führte er allerdings auch direkt an der darüber wachenden Burg vorbei.
Die gewaltigen grauen Granitmauern und der hohe Bergfried machen noch heute einen wehrhaften Eindruck, der durch die manchmal verwendete Bezeichnung Schloss Taufers verfälscht wird. Dass man vom Schloss spricht, liegt an der einfachen Tatsache, dass das Gebäude im Laufe der Geschichte mehrmals erweitert und erneuert wurde, und dabei natürlich regelmäßig an Pracht gewann.
Der Kern der Burg ist allerdings noch heute die frühmittelalterliche Burg, die schon Jahrhunderte vor dem einstigen Machthöhepunkt der Adelsfamilie Taufers entstanden war. Diese Familie hat sich ihre Stammburg beispielsweise im 13. Jahrhundert neu bauen lassen, doch hat sie dabei einen guten Teil des frühmittelalterlichen Baus mit einbezogen. Das Ergebnis ist eine interessante Mischung verschiedener Stilrichtungen, die man in dieser Form in der Region sonst nicht findet.
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