Wie sich die Florenzer Turmgesellschaften gegenseitig zu Grunde richteten

Die Zukunft der Türme war im florentinischen Mittelalter vorerst nebensächlich. Die Wohntürme der einflussreichen Familien waren Machtzentren, und bei einer derartigen Konzentration von Reichen und Mächtigen, wie man sie in den hundert Türmen in Florenz vorfand ist es kein Wunder, dass Streit und Fehde in dieser Zeit an der Tagesordnung waren.

Die Parteien waren verbündet oder verfeindet, doch waren diese Einstellungen nicht unbedingt von Dauer, wobei der Streit hier aber die Eigenart bewies, meist länger zu halten als ein Bündnis. So waren die verschiedenen Parteien je nach aktuellen politischen Ereignissen nicht sicher miteinander verbunden, und die wechselnden Interessen sorgten dafür, dass Verbündete sehr schnell zu Feinden wurden.

Einer der spektakulärsten Konflikte im 13. Jahrhundert war der Streit zwischen den Guelfen und den Ghibellinen. Die Partei der Guelfen war papsttreu, während die Ghibellinen traditionell sehr kaisernah waren und damit eine für Florenz ungewöhnliche Position einnahmen.


 



Dieser Konflikt wurde auch innerhalb von Florenz, doch ebenfalls über die Stadtgrenzen hinaus, auf blutige Weise ausgetragen, so dass es an gefallenen Köpfen und zerstörten Stadtteilen nicht mangelte.

Man glaubte zu dieser Zeit wohl, in einem Kriegsgebiet zu leben, während der einzige Krieg in der Region eigentlich wirklich in der Stadt tobte. Wenige Ausnahmen sorgten dafür, dass auch andere Regionen mit in diesen Konflikt verwickelt wurden; doch das blieb, wie gesagt, meist eher die Ausnahme.

Im Verlauf dieses ersten großen innerstädtischen Konflikts kam es zu mehreren großen Bewegungen, die teilweise sehr widersprüchlich verliefen. So wollte man einer gefährlichen Vendetta zuerst den Riegel durch eine ausgeklügelte Zweckehe zwischen dem Rädelsführer im Guelfenlager und einer Amidei-Tochter vorschieben. Die Amidei hatten in diesem Konflikt insofern politische Bedeutung, als sie eng mit dem Ghibellinenclan verbunden waren.

Als aber Buondelmonti, der größte Streithahn bei den Guelfen, schließlich das Eheversprechen brach und seine Verlobte zugunsten einer anderen vor der Trauungsfeier im Regen stehen ließ, schien das friedliche Nebeneinander zum Untergang verdammt, auch wenn beide Parteien es versucht hatten.

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