St. Peter Lajen

Rund um St. Peter Lajen findet man noch Leben auf dem Bauernhof

Sankt Peter ist die letzte deutschspra­chige Siedlung vor den dichten Wäldern unter dem Raschötzberg. Bis zu diesem Ort ist der Einzugsbereich der deutschen Sprache recht ausgeprägt, so dass man sich als deutschsprachiger Besucher um die Verständigung kaum Gedanken zu machen braucht.

Hinter dem Raschötzberg allerdings, der die deut­schen und ladinischen Orte des Grödner Tals trennt, stößt man auf die typische ladinische Kultur, die auch eine eigene Sprache mit sich bringt.

Wenn man sich in diesen Teil von Südtirol begibt, befindet man sich auf einem Boden, der nicht umsonst immer wieder als altes Bauernland bezeichnet wird. Auch wenn weite Teile Tirols sehr ländlich geprägt sind, findet man in kaum einer Region einen so ausgeprägten Charakter dieser Art.


 



Rund um Lajen findet man die typischen Tiroler Doppelhöfe mit ihrem Umland, das teilweise noch heute auf relativ traditionelle Weise bestellt wird. Ein Umstand, der jenseits der immer stärker werdenden ökologischen Landwirtschaft in allen Teilen der Welt keineswegs selbstverständlich ist. Das Leben auf dem Land ist im Wortsinne nicht mehr das was es einmal war; und damit soll nicht die typisch traditionalistische Verklärung der Vergangenheit beschrieben werden, sondern vielmehr die normalerweise sehr starke Präsenz von Maschinen und modernen Arbeitsabläufen in einer so alten Arbeit.

Die Höfe im Umfeld von Lajen sind breit hingelagert, und einige von ihnen bestechen mit uralter Tradition. In einem der Vogelweiderhöfe des Lajener Riedes soll der bekannte Dichter Walther von der Vogelweide geboren worden sein; allerdings wird das auch anderswo behauptet, weshalb man hier nicht sicher sein kann.


 



Auf jeden Fall ist Walther von der Vogelweide ein interessantes Beispiel der traditionellen Denkweise der Menschen in Lajen, hat der doch der mittelhochdeutsche Dichter schon zu seinen Lebzeiten den Verfall der Sitten und das Ende der „guten alten Zeit“ beklagt.

Da das Leben gerade in der modernen Zeit sogar in den traditionalistischsten Regionen immer von Veränderungen geprägt ist, wundert es kaum, dass man in Lajen diese Klage noch heute seltsam nachempfinden kann.

Ein interessantes Monument der modernen Veränderung, der diese Region ebenfalls unterzogen ist, stellt die Straße Klausen - Grödner Tal dar. Sie folgt der Trasse der ehemaligen Grödner Bahn, die vom österreichischen Militär in Rekord­zeit von September 1915 bis Februar 1916 auf mehr als 30 Kilometer gebaut wurde und Brixen mit dem hintersten Grödner Tal verband.

Für die Unterkunft in Lajen und Umgebung bieten sich vor allem die verbreiteten Fremdenzimmer an, die oft auch in alten Bauernhöfen vergeben werden.

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