Andrea Orcagna

Das Gemälde des letzten Abendmahls in der Santo Spirito Kirche in Florenz

Vergleichsweise übel mitgenommen ist das Abendmahl von Andrea Orcagna von 1360. Dieses Gemälde ist im Laufe seiner Geschichte der Zerstörung mehrere Male nahe gewesen und konnte nur durch schützende und restaurierende Maßnahmen erhalten werden.

Dieses Cenacolo ist zu finden im Refektorium von Santo Spirito, linkerhand von der gleichnamigen Kirche, die ebenfalls einen beträchtlichen Ruf unter den Sehenswürdigkeiten der Stadt genießt.

Das Gemälde, das man heute noch im Refektorium bewundern kann, wird beherrscht von den erhalten gebliebenen Apostelfiguren, die am rechten Tischende sitzen.

Sie scheinen vor Lebenskraft geradezu zu strotzen, und es will dem Betrachter so erscheinen, als wären sie bereit, die Aufgabe, die Christus nun unter den Menschen nicht zu Ende bringen kann, selbst in die Hand zu nehmen. Die spätere Rolle der Apostel, aber auch die Darstellung in diesem Bild deuten in diese Richtung.


 



Ein anderes beherrschendes Moment in diesem Bild ist die dra­matische Kreuzigungsszene darüber, die einen beträchtlichen Teil des oberen Bildes einnimmt.

Die Kreuzigung ist hier mit ihrem Leid und ihrer Unmenschlichkeit dargestellt, und auch wenn ein Gemälde aus der frühen Renaissance natürlich nicht mit aktuellen künstlerischen Visionen der Passion Christi mithalten kann, entsteht zwischen den Aposteln und dieser Szene ein Dramatik, die den Betrachter bald bedauern lässt, dass von diesem ausdrucksstarken Bild nicht mehr erhalten ist.

Kunsthistorisch gesehen erweist sich Orcagna hier als ein Schüler Giottos, dem man seinen Zwiespalt zwischen der noch traditionell geprägten Kunst des 13. und der schon innovativeren Kunst des 14. Jahrhunderts anmerkt.

Er steht als Schüler des entwickelnden, aber die Schwelle nur selten überschreitenden Giottos an der Schwelle der Malerei zwischen Trecento und Quattrocento.

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