Schweiz 20 Jahrhundert
16. Februar, 2007 von Moderator
Der Weg Zürichs von der Industrialisierung bis zum Ende des 2. Weltkriegs
Die Phase der Industrialisierung hat auf Zürich nicht nur positive Einflüsse, so war es wie nahezu überall in dieser Epoche so, dass einige wenige Familien extrem reich wurden, jedoch die breite Masse der Bevölkerung zusehends verarmt und für einen sozialen Aufstieg hart kämpfen muss.
Selbst Kinderarbeit ist zu dieser Zeit noch gängig, und für unter 16 Jährige sind bis zu 13 Stunden körperlicher Arbeit zulässig. Die Viertel der ärmeren Bevölkerungsschichten kommen immer mehr herab und schließlich bricht aufgrund der schlimmen hygienischen Verhältnisse eine Choleraepidemie aus.
Als schließlich der Eisenbahnmogul Escher immer mehr Ämter des Staates in seine Kontrolle bringt und eine nahezu autoritäre Herrschaft führt, werden dem Volk in einer neuen Staatsverfassung mehr Rechte zugesprochen. Der Widerstand der Bevölkerung gegenüber dem Gesellschaftssystem mehrt sich, die Arbeiter schließen sich zu einem Verein zusammen, der sich zur Sozialdemokratie bekennt, und versucht in das Stadtparlament Einzug zu halten.
Gleichzeitig wächst aber auch die Zahl an Arbeitern immer weiter, so dass 1893 elf Vororte Zürichs als Wohngebiete in die Stadt eingemeindet werden, wodurch die Bevölkerungszahl schlagartig auf 121 000 ansteigt. Ein weiteres Wachstum der Einwohnerzahl bewirkt der Strom von Flüchtlingen aus Deutschland und italienischen Bauarbeitern.
Mit dem ersten Weltkrieg kommen Massen von Künstlern und politischen Flüchtlingen nach Zürich, wie James Joyce oder Lenin. Hier in Zürich wird zu dieser Zeit der Dadaismus begründet, doch hat der Krieg auch für das neutrale Zürich Schattenseiten. Zum Beispiel verzögert sich der Abriss und Neuaufbau der alten Innenstadt, die in keinster Weise den hygienischen Anforderungen der Zeit entspricht.
Die Weltwirtschaftskrise spült anschließend auch noch ein Heer von Arbeitslosen nach Zürich, so dass die Stadt erneut expandieren muss und als Agglomeration rund 190 000 Einwohner hat. Der Aufstieg des Faschismus in Deutschland und Italien treibt weitere Flüchtlinge in die Stadt, wie Else Lasker-Schüler. Jedoch werden jüdische Auswanderer häufig abgewiesen, und die Zensur ist so streng wie nie zuvor, um nicht Hitlers Zorn auf sich zu ziehen. Dank dieser vorsichtigen Politik übersteht Zürich den Zweiten Weltkrieg unbeschadet.
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