Santa Maria Nuova

Das erste Krankenhaus von Florenz

Der herausragende Renaissance-Künstler Buontalenti konzipierte die aus­gewogene Barockfassade dieses Bauwerks. Es handelt sich um das äl­teste Krankenhaus der Stadt; ein Bau von besonderer menschlicher und architektonischer Bedeutung, da hier gleichzeitig praktische und ästhetische Interessen gewahrt werden mussten.

Selbstverständlich ist der praktische Aspekt bei der Konzeption einer Fassade vergleichsweise unbedeutend, doch gilt der Bau insgesamt als eines der Meisterwerke der Renaissance. Nicht zuletzt, weil er insgesamt sowohl ein anspruchsvolles Bauwerk als auch ein praktisches Krankenhaus ist.

In den Lünetten des Bogengangs erzählen vier etwas verwitterte Fresken des Künstlers Pomarancio, der von 1552 bis 1626 lebte, die Mariengeschichte auf eindrucksvolle Weise. Pomarancio gelingt die Gratwanderung zwischen der Verehrung für eine besondere Frau und der Betonung des einfachen und bescheidenen Charakters der Maria außerordentlich gut. Nahe dieser Darstellung findet man eine weitere große Fläche, die mit besonderen künstlerischen Werken verziert ist.


 



Die große Wandfläche hinter dem Eckknick hatte schon Taddeo Zuccari mit der Verkündigungsszene bemalt, so dass dieser Bereich des Krankenhauses noch einmal auf besondere Weise der Heiligen Maria gewidmet ist, wie ja nicht nur dem Namen nach auch das gesamte Krankenhaus.

Für einen Bau dieser Art findet man im Santa-Maria-Nuova-Krankenhaus in der Tat eine ganze Reihe von besonderen und attraktiven Kunstschätzen, die in einer anderen Stadt wahrscheinlich kaum in so einem Gebäude verborgen wären.

Es lohnt sich beispielsweise sehr, beim Empfang der Röntgenabteilung und der Ver­waltung Zimmer Nr. 4 zu besuchen. Hier ist das Segre­teria Direzione Generale, das Generalssekretariat, in dem man die Erlaubnis zur Besichtigung der nach außen verborgenen Kunst­schätze einholen kann.

Besonders erwähnenswert ist unter diesen Werken zum Beispiel der Kreuzgang von Bicci di Lorenzo aus dem Jahr 1422, der In­nenhof mit dem Grabmal der Monna-Tessa und Andrea del Castagnos kraftvoll-dramatisches Kreuzi­gungsfresko im Sala della Presidenza.

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