Santa Maria Carmine
20. August, 2007 von Moderator
Die Santa Maria Carmine - Mit meisterhaften Fresken von Masaccio
Die Kirche Santa Maria del Carmine ist vor allem beeinflusst durch die meisterhaften Fresken des Künstlers Masaccio, der einige seiner bedeutendsten Werke in diesen Mauern erschaffen hat. Der junge Michelangelo studierte, wie viele seiner Kollegen auch, die bewundernswerten Fresken des Ausnahmekünstlers zumeist in der berühmten Brancacci-Kapelle in Santa Maria.
Im Laufe der Jahrhunderte hatten die Fresken nach und nach zu leiden, nicht zuletzt auch durch die vielen Besucher, die die außergewöhnlichen Werke gerne bewundern wollen. So ist es kein Wunder, dass vor einigen Jahren erst einmal wieder eine Restauration anstand, die der Kirche gut zu Gesicht stand.
Vor allem die Brancacci-Kapelle wurde meisterhaft restauriert und zeigt den Freskenzyklus mit dem Sündenfall und der Geschichte des Heiligen Petrus in ihrer ursprünglichen Pracht.
Masaccio wurde gefördert von Felice Brancacci Masolino da Panicale, einem sehr reichen Seidenhändler, der ein Gegner der Medici war und der es nur zu schmeichelhaft fand, durch seine überaus großzügigen Spenden die Kapelle mit seinem Namen weihen zu lassen.
Das Motiv der Vertreibung aus dem Paradies erwies sich als überaus symbolträchtig, denn auch er wurde aus seinem Florentiner Paradies ins Exil vertrieben wie Adam und Eva in der erschütterndsten Szene des Freskenzyklus, nicht zuletzt wegen seines Status als Gegner der machtvollen Medici.
Masaccio verstand es, den biblischen Geschichten menschliche Aspekte abzugewinnen. Wohl kein Künstler hat vorher das Drama des menschlichen Schicksals so konkret fassbar zum Ausdruck gebracht wie Tommaso Masaccio.
Mit seinen besonderen Stilmitteln, vor allem der Körpersprache und dem schmerzvoller Gesichtsausdruck, lässt er die Reue und die Verzweiflung Evas nachempfinden, die ihre Tat ebenso gerne wie Adam ungeschehen machen würde. Doch dafür ist es natürlich zu spät.
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