Santa Croce Florenz

Welche Veränderungen die Heiligkreuzkirche Florenz’ überstehen musste

Santa Croce ist eigentlich ein Name für eine Kirche, wie man ihn in Deutschland in vielen Gemeinden findet: er bedeutet nichts anderes als „Heilig Kreuz“ und stellt einen gewöhnlichen Namen für eine katholische Kirche dar. Dennoch genießt die Heiligkreuz-Kirche der Franziskaner in Florenz einen besonderen Ruf, nicht zuletzt, weil ein ganzer Teil der Stadt nicht nur umgangssprachlich nach ihr benannt wurde.

Sie erlebte nach ihrer Einweihung im Jahr 1442 zwei verhee­rende Katastrophen, die die Gläubigen dieser Zeit schwer erschütterten. Die erste Katastrophe im 16. Jahrhundert war allerdings sehr deutlich keine Naturkatastrophe und kein Krieg, sondern nichts anderes als Vasaris’ Renovierungswut, dem unter anderem fast der gesamte Freskenschmuck der Langschiffe zum Opfer fiel.

Um 1560 hatte ein erheblicher Wandel der ästhetischen Vorstellungen stattgefunden, die man sich in Florenz machte, so dass der Planer Vasaris Unterstützung für sein Pläne fand; die sich historisch gesehen allerdings als Desaster erwiesen haben, da Kunstschätze von ungeahntem Wert beinahe vernichtet wurden.


 



1966 litt die Kirche unter schweren Wasserschäden durch die meter­hohen Fluten des Arnohochwassers, das beinahe ganz Florenz schwer beschädigte.

Damit ist die Geschichte der Leiden dieser Kirche allerdings noch nicht vorbei. Zwischendurch verschwan­den 1714 die schönsten Fresken Giottos für fast anderthalb Jahr­hunderte unter einer Kalktün­che, die von einem unbekannten Handwerker aufgetragen worden war.

Der Auftraggeber konnte nie ermittelt werden, ebenso wenig wie der Grund für die Tatsache, dass die Menschen, die die Kirche besuchten, von dieser Veränderung nichts bemerkten.

Durch die vielen Veränderungen in der Kirche wurde das schlichte aus Backstein gebaute und mit ei­nem Holzdach gedeckte gotische Gotteshaus zu einem Symbol von Tod und Auferstehung, wie man es in Florenz sehr zu schätzen weiß.

Santa Croce ist aber auch ein beliebter letzter Ruheort für die geistige Elite der Stadt. Rund 280 Gräber und Denkmäler der großen Geister vieler Jahrhunderte sind also an diesem symbolisch sehr passenden Ort versammelt. Besucher schätzen dieses beeindruckende italienische „Pan­theon par excellence“, wie man manchmal mit Stolz in der Stadt sagt.

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