San Ambrogio

Die ursprüngliche Klosterkapelle mit Offenbarungserlebnis

Im ersten Jahrtausend nach Christus war die historische Rolle von Florenz deutlich weniger wichtig als im darauf beginnenden Jahrtausend, wo die Stadt kulturell und wirtschaftlich eine wirkliche Blütezeit nach der anderen erleben sollte. So ist leicht zu verstehen, warum man dem Besuch des Mailänder Erzbischofs Ambrogio, der später heilig gesprochen werden sollte, eine so große Bedeutung beimaß.

Zur Erinnerung an den Florenz-Besuch dieses einflussreichen Kirchenoberen im Jahre 393 errichteten die Benediktiner noch im ersten Jahrtausend ein Ordenshaus in Florenz. Dieses Haus, das zuerst nicht wirklich eine Kirche war, diente ur­sprünglich als Klosterkapelle. Heute gilt San Ambrogio allerdings als eine der ältesten Kirchen in Florenz, weshalb man ihr eine besondere Rolle unter den kirchlichen Bauwerken der Stadt zuschreibt.


 



Der wahre Ruf dieser Kapelle geht aber weniger auf den hohen Patron zurück als vielmehr auf einen einfachen Priester, der der Legende nach in San Ambrogio ein Wunder erlebt haben soll.

Im Jahr 1230 hatte der Priester Uguccione bei der Messe den Kelch nicht sorgfältig ausgewischt und fand am nächsten Morgen den restlichen Wein wirklich in Blut verwandelt vor. Ein Wunder, das selbst heute noch weithin für Aufmerksamkeit sorgen würde und das im mittelalterlichen Florenz natürlich eine unglaubliche Sensation war.

Bald entwickelte sich daraufhin die Kapelle zu einer bedeuten­den Wallfahrtsstätte, zu der es Menschen aus ganz Italien zog, die sich Gottes Segen in dieser mit einem Wunder geweihten Kapelle erhofften.

Es ist kein Wunder, dass diese Kapelle bis heute von diesem Wunder geprägt ist, da sich diese Legende auch künstlerisch in der Gestaltung des Raumes niedergeschlagen hat. Der Gozzoli-Schüler Cosimo Rosselli ver­ewigte das wunderbare Ereignis 1486 in der so genannten Wunderkapelle hinter dem Altar, die bis heute einen besonderen Ruf genießt.

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