Rom Mittelalter

Der Papst und Karl der Große - Einfluss auf Rom

Die Rolle Roms im Mittelalter war immer eng verbunden mit der Rolle der römisch-katholischen Kirche, die schon während des Endes des Römischen Reiches immer mehr weltliche Macht in eigener Hand vereinte.

Die Übergangsphase nach dem Ende des Römischen Reiches bis zum Beginn des Mittelalters liegt einigermaßen im Dunkel der Geschichte.

Auch wenn die Päpste Roms über längere Zeit zentrale Machtfiguren darstellten, die auch von der Völkerwanderung nur begrenzt aus der Bahn geworfen werden konnten, stellt erst der Auftritt des Franken Karls des Großen den Übergang in die Zeit dar, die man heute als Mittelalter kennt.

Karl der Große war ein fränkischer König, der sich durch eine Reihe von beeindruckenden Eroberungen hervorgetan hatte, die zu diesem Zeitpunkt der Geschichte ihresgleichen suchten. Er war sehr angetan von der Macht und den Prinzipien des Römischen Reiches und verfolgte im Laufe seines Lebens das Ziel, Kaiser nach römischem Vorbild zu werden. Wofür er natürlich die Unterstützung des Papstes brauchte, der mittlerweile die einzige in Frage kommende Person war, diesen Titel verleihen zu können.


 



Das Streben Karls des Großen beruhte auf zweierlei Ideen. Zum Einen erschien es ihm für das Weltreich, welches er unter seiner Herrschaft vereinte, nur angemessen, eine Verbindung zum Römischen Reich herzustellen; zum Anderen war es aber auch nach christlicher Zeitrechnung unmöglich, dass das Römische Reich wirklich beendet war.

Die Theologen der damaligen Zeit waren der Überzeugung, dass es vor dem jüngsten Gericht nur vier große Reiche geben konnte, und nach ihrer Zählung war das Römische Reich unzweifelhaft bereits das vierte Reich gewesen. Karl der Große hatte nun ein weiteres, mächtiges Reich etabliert, doch konnte sein Anspruch auf ein Weltreich nicht gegen die christliche Ideologie durchgesetzt werden; daher musste das karolinigische Reich nach Überzeugung der Theologen ganz einfach mit dem Römischen Reich verbunden sein.

Allerdings stellt die Herrschaft Karls des Großen auch einen gewissen Einschnitt in die Macht der Kirche dar, übertrug Leo III. doch eine ganze Reihe von Befugnissen an den Kaiser, der somit zum so genannten Streiter der Kirche werden sollte. Ob und wie Karl der Große diese Pflichten verfolgt hat, oder ob er ganz einfach an der Unterstützung der Kirche aus politischen Gründen interessiert war, gilt heute als fragwürdig.


 



Zwar christianisierte er eine ganze Reihe von Völkern, die er im Krieg besiegt hatte, doch tolerierte er über längere Zeit an seinem Hof eine Sächsin, die die Taufe verweigert hatte und die als Mätresse sogar in einem eheähnlichen Verhältnis mit ihm lebte.

Doch auch wenn die Krönung des Kaisers einen vorübergehenden Einschnitt bedeutete, war die Macht bald wieder in Rom beim Papst: Karls Sohn Ludwig trug seinen Beinamen „Der Fromme“ weniger wegen seiner vielen Gebete als vielmehr auf Grund der Tatsache, dass er sich der Kirche wieder weitgehend unterordnete und die vorübergehende Vorherrschaft des Kaisers bald beendete.

Bis ins 14. Jahrundert, als die Residenz des Papstes ins Exil nach Avignon verlegt wurde, war die Macht des Papstes ein wichtiger Faktor in der Stadt Rom.

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