Römisches Kino

Die römische Filmkultur

Kultur ist natürlich nicht nur Theater. Auch wenn manchen Puristen diese Aufzählung unangenehm aufstoßen mag, sollte man in diesem Zusammenhang auch die Kinos der Stadt erwähnen, die; wie in jeder großen Stadt; natürlich eine Reihe von Leinwänden für die großen Produktionen bieten, die aber teilweise auch ein sehr interessantes Programm jenseits der Kinocharts und der aktuellen Hollywood-Produktionen vorweisen können.

Kinos gibt es in Rom noch etwas mehr als Theaterbühnen, weshalb man sich leicht vorstellen kann, dass die cineastische Kunst in Rom teilweise auch ihrem künstlerischen Anspruch leicht gerecht werden kann.


 



Da allerdings auch mancher kulturell anspruchsvolle Romreisende sich keinen Zacken aus der Krone bricht, wenn er sich für das normale Kinoprogramm interessiert, sei auch ihm versichert, dass natürlich die aktuellen Produktionen ebenso gezeigt werden, und dies teilweise auch in englischem oder amerikanischen Original, was die Filme natürlich auch für weniger versierte Italienischsprecher unter Umständen verständlich macht.

Angenehm ist in diesem Zusammenhang, dass der relativ starke Wettstreit zwischen den kleinen Programmkinos und den Multiplexen in Rom nicht zur weit gehenden Auslöschung der kleinen Kinos geführt hat, sondern gewissermaßen eine anspruchsvolle Kino-Subkultur entstehen ließ, die die Entwicklung vieler kleinerer Kinos vorantrieb.

Die Multiplexe, die starken Wert auf Erstaustrahlungen, Aktualität und die hohen Einspielzahlen der Mainstream-Produktionen legen, haben sich hier zwar ebenso etabliert wie in den meisten anderen Teilen der Welt, doch hat der Zusammenschluss mehrere anspruchsvoller Kinos zu einer deutlichen Eindämmung des Siegeszugs dieser Großkinos geführt.

Wenn man in Rom ein Kino der Fininvest oder der Cecchi Gori Group besucht, wird man einen schönen, modernen Multiplex vorfinden, wie man ihn erwartet; sucht man allerdings ein Kino des Circuito Cinema auf, stößt man wahrscheinlich auf ein anspruchsvolles Programmkino gehobener Ausstattung, welches einen Besuch sicher nicht weniger wert ist.


 



Die zwei Kontrastkulturen des Kinos, die sich hier in Rom herausgebildet haben, stellen für Besucher wie auch für Bewohner der Stadt eine höchst angenehme Vielfalt dar, so dass man sich wünschen würde, dass der Wettstreit der Kinophilosophien in anderen Orten der Welt ebenso produktiv von Statten gehen würde.

Allerdings hat man mit diesen beiden Alternativen die römische Kinowelt noch lange nicht ausgeschöpft. Im Sommer bekommen die beiden klassischen Arten des Kinos hier harte Konkurrenz, wenn die Freilichtkinos aufmachen, die die erfolgreichsten Filme des Winters und verschiedene Themenkreise auf große Leinwände unter freiem Himmel bringen.

Die beiden großen Freilichtkinos der Stadt sind das Cineporto und das Massenzio, die beide ein interessantes und abwechslungsreiches Programm bieten. Im Massenzio zum Beispiel werden jeden Abend drei Filme vorgeführt, die in irgendeinem Aspekt zusammengehörig sind; sei es der gleiche Regisseur, das gleiche Genre, oder eine andere Verbindung.

Es gibt in Rom auch die interessante Möglichkeit, die Filme, die auf dem Filmfest von Cannes vorgestellt werden, in einigen Sälen der Stadt gleichzeitig zu sehen.

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