Restaurants Frankreich
19. Juli, 2007 von Moderator
Gastronomie in Frankreich
Frankreich hat eine ganz besondere gastronomische Kultur, die sich nicht nur in der französischen Küche selbst, sondern auch in den Gepflogenheiten in den Restaurants des Landes ausdrückt.
So sind die Tischsitten in Frankreich noch immer sehr konservativ, vor allem in der Provinz, wo sich die Menschen erfahrungsgemäß nur langsam an neue Einflüsse anpassen.
Sie werden wahrscheinlich verwunderte bis verärgerte Blicke ernten, wenn sie in einem Restaurant außerhalb von Paris oder einer der anderen Metropolen des Landes zu Mittag nur einen Salat bestellen – wenn man in Frankreichs ins Restaurant geht, lässt man sich normalerweise mit mindestens drei Gängen verwöhnen. Alles andere entspricht nicht dem, was sich der Franzose unter einer gepflegten Mahlzeit vorstellt.
In einfachen Lokalen jenseits der großen Städte finden sie aber recht häufig ein Tagesgericht („plat du jour“), welches relativ preisgünstig ist und welches oft in Form eines einfachen Tellergerichts daherkommt. Somit kann man vermeiden, zu große oder zu umfangreiche Portionen zu sich nehmen zu müssen, ohne die französischen Sitten zu verletzen.
Interessant sind solche Tagesgerichte vor allem auch in Restaurants der Spitzenklasse, da dieser unter der Woche mittags oft ein preiswertes, aber dennoch exzellentes Menü anbieten – eine gute Gelegenheit, in den Genuss großer Kochkunst zu kommen, ohne zu tief in den Geldbeutel greifen zu müssen.
Für jede Art von Restaurant gilt in Frankreich der Ratschlag, am besten einen Tisch zu reservieren, vor allem allerdings am Wochenende. Die Franzosen essen sehr gerne auswärts, und so kann es sein, dass das eine oder andere Haus auch schon einmal zu ungewöhnlichen Zeiten ausgebucht ist. Diese Reservierung kann auch gerne von der Rezeption eines Hotels übernommen werden.
Sonntagabends sind die französischen Restaurants übrigens normalerweise geschlossen – sie werden kaum ein Haus finden, das zu dieser Zeit geöffnet hat, und wenn, dann wahrscheinlich innerhalb des Einflussbereiches der größeren Städte.
Wenn sie kein Restaurant finden, welches ein Tagesgericht anbietet, können sie sich in Richtung von Bars, Cafés oder Salons de thé orientieren. Diese Häuser, die in etwa einer Konditorei mit Café in Deutschland entsprechen, bieten neben verschiedenen oft exzellenten Süßspeisen auch kleinere Snacks an – typischerweise Salate, Sandwiches und Tellergerichte. Somit stellen sie für den kleinen Hunger eine interessante Alternative zum Restaurantbesuch dar.
Üblicherweise wartet man in Frankreich als Gast, bis die Bedienung einen Tisch anweist. Diese auch in Deutschland immer üblicher werdende Praxis nimmt in Frankreich traditionell einige Bedeutung ein, und es wäre für das Personal mehr als verwunderlich, wenn man einfach einen freien Tisch sucht und Platz nimmt, nicht zuletzt, weil Reservierung in Frankreich sehr groß geschrieben wird – es ist leider nicht immer klar, dass man in einem Restaurant zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Tisch bekommt.
Eine wichtige Gepflogenheit sollte man übrigens beim Umgang mit der Personal französischer Gastronomiebetriebe kennen: sie werden mittlerweile nicht mehr mit dem oft noch aus dem deutschen Schulunterricht bekannten „garçon“, sondern vielmehr mit Madame und Monsieur angesprochen.
Die französische Restaurantkultur ist auch in Bezug auf den Service sehr ausgeprägt; normalerweise wird man die Bedienung nur rufen müssen, um die Rechnung zu erhalten, da der Service ansonsten sehr zuvorkommend ist.
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