Renaissance Florenz

Renaissance: Siegeszug durch Europa von Florenz aus

Die Renaissance, die Wiedergeburt der Antike, war das Zeitalter von Florenz. Eine Bewegung war entstanden, die sich überall in der Welt ausbreitete, die aber dennoch in einigen wichtigen Zentren besonders starken Einfluss auf das Denken der Menschen nahm.

Und dieser Einfluss war, wenn man sich in eine mittelalterliche Welt hineindenkt, in der die Weltordnung ebenso starr vorgegeben ist wie die kirchliche Zugehörigkeit; in der Tat eine Umwälzung, wie man sie in der Geschichte zuvor auf friedliche Weise kaum gefunden hatte.

Man strebte danach, Platos Gedanken mit dem christlichen Glauben in Einklang zu bringen und da­mit dem Menschen den Weg zur vollen Entfaltung seiner Persönlichkeit zu ebnen.

All diese Dinge waren Erneuerungen von großartigem Ausmaß: zum Einen Plato, der antike Denker, der in einer christlich beherrschten europäischen Welt keinen großen Rang einnehmen konnte, weil er schlicht und einfach Heide war; daneben überhaupt der Versuch, etwas mit dem christlichen Glauben in Einklang zu bringen, und schließlich der Verweis auf die Persönlichkeit des Menschen.


 



Für die Menschen zu Beginn der Renaissance war es genauso undenkbar, dass es ein gedankliches Gut gab, das überhaupt mit dem christlichen Glauben in Einklang gebracht werden konnte; ganz einfach, weil man doch schon alles wusste, was man wissen muss.

Die Bibel war die Antwort auf alle wissenschaftlichen Fragen, und konnten diese mit ihr nicht beantwortet werden, so war es Unrecht, sie zu stellen.

Doch die wissenschaftlichen Erfolge dieser Zeit waren erheblich, und von ihnen ging der gleiche Reiz aus wie zu allen Zeiten. Die mittelalterliche Kirche war vor allem eine mächtige Vereinigung, die mit ihrer Religion das Denken und Handeln der Menschen so eindeutig geprägt hat, dass man von einer wirklichen Vereinnahmung sprechen konnte.

So ist es sicher nicht falsch, an die Kirche die gleichen Maßstäbe anzulegen wie an viele andere machtvolle Organisationen, die natürlich einerseits ihre Werte erhalten möchten, die aber auch nicht die Grundlage ihrer Macht verlieren wollen.

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