Religion Politik Italien

Weshalb die Kosten für den florentinischen Dom die Stadt trug

Zu dieser Zeit gingen Religion und Politik Hand in Hand, und es war nur eine Frage der Zeit, bis ein politisches Problem auf die eine oder andere Weise auch in den Kirchen diskutiert wurde. Ebenso versuchte die Politik, die auf besondere Weise von den kirchlichen Institutionen abhing, natürlich auch ihren Beitrag zu einem relativ stabilen Machtverhältnis in der Stadt zu leisten.

Zu jener Zeit, als auch die wichtigsten Versamm­lungen in den Kirchenhallen stattfanden, war ein Gebäude wie der Florentiner Dom natürlich auch aus anderen Gründen von großer politischer Wichtigkeit, denn die politisch Einflussreichen erhofften sich natürlich auch ein beeindruckendes und machtvolles Ambiente für ihre Selbstdarstellung.

Also übernahm die Stadtverwaltung die exorbitanten Kosten und erteilte den Bauauf­trag 1294 mit einem Dekret dem Stararchitekten der Zeit, Arnolfo di Cambio. Diese Übernahme war zwar typisch, doch weniger typisch war das Ausmaß des Bauantrags, der selbst für den renommierten Archtitekten Cambio eine echte Herausforderung darstellte.


 



Cambio hatte sich durch ein ganze Reihe von beeindruckenden Bauwerken einen Namen geschaffen, doch hatte er bis dahin ein so gewaltiges Projekt wie den Duoma Santa Maria nicht übernommen. Jedoch war das Vertrauen in seine Fähigkeiten groß, und man hielt große Stücke auf den berühmten Florentiner Baumeister.

Cambio sollte bald auch ein anderes Wahrzeichen der Staatsmacht, den Palazzo della Signoria, er­bauen. Der an den Baumeister gestellte Anspruch war unge­mein hoch.

Er spiegelt sich wieder in einer Aussage, die man zu dieser Zeit traf, die das Ausmaß des Projektes beschreiben sollte: „Fleiß und Macht der Menschen solle nie fähig sein, irgendetwas zu er­finden oder zu unternehmen, das an Größe und Schönheit die neue Kathedrale übertreffen könnte …“ Arnolfo di Cambio war ein Träger einer überaus großen Ehre, doch war die Verantwortung für dieses Projekt ebenfalls von großer Bedeutsamkeit.

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