Reichsfürstentum Liechtenstein
9. März, 2007 von Moderator
Im 18. Jahrhundert entstand das Reichsfürstentum Liechtenstein
Bis heute misst man den Handlungen und Bestrebungen der drei Brüder eine besondere Bedeutung bei, nicht zuletzt, weil die Bestimmungen bis heute eine wichtige Rolle im Landesrecht spielen. Der Vertrag von 1606 wurde mit einigen weiteren Bestimmungen 1993 im neuen Hausgesetz zusammengefasst, das die Grundlage für das bis heute in Liechtenstein gültige Thronfolgerecht bildet.
Durch diese Veränderungen hatten die Liechtensteiner auch ihre politische Orientierung für die Zukunft determiniert, eine Linie, der sie auch weitgehend treu blieben: in den kritischen Stunden der Geschichte zu Beginn des 17. Jahrhunderts stand das Haus Liechtenstein zu den Habsburgern, und sie ließen sich auch durch die politischen Wirren des Dreißigjährigen Krieges nicht von diesem Entschluss abbringen.
Noch ein Jahrhundert später fühlte die Habsburger eine gewisse Treuepflicht gegenüber dem Haus Liechtenstein, da durch das Eingreifen der Brüder Karl und Maximilian 1620 der Sieg über die böhmischen Rebellen errungen werden konnte, die ansonsten eine schwere Bedrohung für die Habsburger gewesen wären.
Auf diese Weise wurde auch die zukünftige politische Entwicklung der Liechtensteiner bestimmt. Durch die Erlangung der Reichsfürstenwürde wurde es zu einem wichtigen Bestreben des Hauses Liechtenstein, ein reichsunmittelbares Territorium zu erwerben, welches für die Zukunft einige positive Entwicklungen sichern sollte.
Dennoch dauerte es beinahe 100 Jahre, bis sich die Gelegenheit bot, diese Pläne in die Tat umzusetzen. Erst dem Enkel Karls, Fürst Hans-Adam I. Gelang es, 1699 und 1712 die Besitzungen Schellenberg und Vaduz zu kaufen, die noch heute einige Bedeutung in Liechtenstein haben. Einige Jahre später bekamen die Bestrebungen der Liechtensteiner den kaiserlichen Segen: mit dem kaiserlichem Diplom vom 23. Januar 1719 wurden die beiden Gebiete vereinigt.
Dadurch entstand zum ersten Mal in der Geschichte das Reichsfürstentum Liechtenstein, das den direkten Vorläufer des heutigen Fürstentums Liechtenstein darstellt. Nach dem Aussterben der Linie des Fürsten Karl wurde im Jahre 1712 ein Nachkomme Gundakers regierender Fürst: Anton Florian übernahm nach dem Thronfolgerecht den Vorstand der Familie.
Während des gesamten 18. Jahrhundert war das Gebiet des heutigen Fürstentums Liechtenstein trotz seiner für die Familie so wichtigen Rolle von meist eher geringerem Interesse. Die Familie residierte zu diesem Zeitpunkt noch in Feldsberg und Wien und verband vor allem territoriales Interesse mit dem heutigen Fürstentum.
Nachdem das Reichsfürstentum Liechtenstein 1806 allerdings seine Souveränität erlangte, rückte es immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses der Liechtensteiner. Im 20. Jahrhundert schließlich wurde dieses Territorium zum Sitz der Fürsten, indem Fürst Franz Josef II. 1938 seinen ständigen Wohnsitz nach Vaduz verlegte und damit den ersten Grundstein für die heutige Hauptstadt von Liechtenstein legte.
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