Raffael und Andrea del Sartos
27. April, 2007 von Moderator
Mehrere Werke der del Sartos-Brüder sind in den Uffizien zu finden
Im Saal 26 findet man wieder Werke aus der Florentinischen Renaissance. Hier sind die Werke von Raffael und Andrea del Sartos zu finden, die zu ihrer Zeit von einer überragenden Bedeutung waren. Eines der bekanntesten Werke ist das populäre Selbstbildnis des jungen Raffael, das den Künstler auf interessante Weise abbildet.
In der Nähe dieses populären Bildnisses aus Raffaels Jugendzeit hängt eines seiner bedeutendsten Meisterwerke: „ Papst Leone X. mit zwei Kardinalen “. Es handelt sich bei diesem Werk um ein kirchliches Familienporträt von drei Florentinern, die Karriere machten. In der damaligen, kunstverliebten Zeit war es nur mehr oder weniger Ehrensache, sich von einem Florentiner Künstler verewigen zu lassen.
Giovanni de Medici, der Sohn des Lorenzo il Magnifico, war seit 1513 Papst mit dem Namen Leone X. und ließ sich mit seinen beiden Vettern Giulio de Medici und Luigi de Rossi darstellen. Giulio war zu dieser Zeit ebenfalls ein sehr einflussreicher Mann in der Kirche und er sollte später als Papst Clemente VII. in die Geschichte eingehen.
Geschickt arrangiert sind die Elemente dieses Gemäldes, das die Kirchenmänner als engagierte Kulturförderer darstellt. Der Beigeschmack der Namen, der an Vetternwirtschaft, Ablass-Skandal, Schisma, Reformation und Gegenreformation erinnert, soll natürlich in diesem Bild möglichst wenig hervortreten.
Dass die Menschen später den Ablasshandel als einen gierigen und unchristlichen Skandal ansehen würden, konnte der Maler natürlich nicht ahnen; er hatte aber dennoch Interesse daran, Papst und Kardinäle als die Vorsteher einer keineswegs umstrittenen, sondern geeinten und mächtigen Kirche darzustellen.
Besonders auf Leones Engagement als Kulturmäzen weist der illuminierte Kodex hin, der wie zufällig vor ihm liegt. Dem Meister Raffael gelang mit dieser Darstellung eine enthüllende Studie menschlicher Charaktere, die auf eindrucksvolle Weise die abgebildeten Personen beleuchtet.
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