Portraits Florenz

Ablass bei der Kirche in Florenz indem man Kunstgegenstände spendete

Die üblichste Methode in der damaligen Zeit war im Grunde genommen sehr einfach: man bediente sich auch der Künstler und ihrer Werke zur Demonstration und Festigung des eigenen Prestiges.

Es war im Florenz des 15. Jahrhunderts, und auch in späteren, durch diesen Trend beeinflussten Jahrhunderten, nicht unüblich, dass der Stifter im Bild erschien, nicht selten im Kreis von Heiligen.

Biblische Szenen wurden häufig so umfunktioniert, dass sie Familie, Freunde, Milieu und Lebensweise des Auf­traggebers, seinem Rang und Reichtum entspre­chend, wie eine Fotoreportage wiedergaben; also gewissermaßen wie die Fotos, die heute in Boulevardzeitschriften von den Veranstaltungen der Berühmtheiten abgebildet werden. Damals wie heute ließ man sich natürlich besonders gerne in Zusammenhang mit wohltätigen Angelegenheiten abbilden.


 



Domenico Ghuiandaio (1449-1494) und Benozzo Gozzoli (1420-1497) gehörten zu den begehrtesten Bildreportern ihrer Zeit, die es auf vortreffliche Weise verstanden, ihre Gönner in das rechte Licht zu rücken. Sie waren großartige Künstler, denen man aufgrund der vielen Auftragsarbeiten einen gewissen handwerklichen Charakter nicht absprechen kann.

Aus dem Leben gegriffen erscheinen ihre farbenprächtigen Freskenzyklen, in die scheinbar ganz natürlich immer wieder Berühmtheiten ihrer Zeit eingefügt worden sind.

Diese Werke geben die Atmosphäre des Florenz der Renaissancezeit wahrheitsgetreu wieder: eine Mischung aus scheinbar atemberaubendem Reichtum, aus geschäftlichen Interessen und einer beinahe naiv erscheinenden Sorge um das Seelenheil.

Ironisch ist dabei die Tatsache, dass man sich nicht scheute, die Investitionen in das Seelenheil, die aus einer großen Angst der Reichen und Mächtigen entstanden sind, für die eigenen, ganz weltlichen Zwecke zu instrumentalisieren.

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