Porta Romana

Der ehemals wichtigste Ausgang aus Florenz in Richtung Rom

Direkt an der nach diesem Tor benannten Piazza di Porta Romana liegt auch heute noch das aus dem 14. Jahrhundert stammende Stadttor Porta Romana.

Vermutlich 1327 von Andrea Orcagna erbaut, hat dieses süd­liche Stadttor seine ursprüng­lichen Holzflügel bis heute be­wahrt und stellt damit ein wichtiges Monument der mittelalterlichen Geschichte von Florenz dar.

Durch die Porta Romana führte der Weg über Siena in Richtung Rom. Dies war einer der wichtigsten Verkehrswege im älteren Florenz, da Rom, nicht zuletzt wegen der Machtposition des Papstes, in dieser Zeit ein überaus wichtiges Machtzentrum war, dem gegenüber sich auch Florenz nicht verschließen konnte.


 



Das Tor nach Rom nahm in den Jahrhunderten des Mittelalters und der Renaissance eine überaus wichtige Rolle ein und stellte einen der wichtigsten Ausgänge von Florenz dar, da hier der Weg nach Rom zu finden war.

Eine Treppe führt jetzt, nach der Restaurierung, hinauf zur Wach­stube, die früher dem rein militärischen Zweck diente, den Eingang und Ausgang von Besuchern in Florenz zu überwachen. In Tornähe ist noch ein Teil der Befestigungsmauer er­halten geblieben.

Im oberen Bogenfeld des Tores ist das verblasste Freskobild der Madonna mit Kind und Heili­gen sichtbar; ein interessantes Werk, das ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert stammt und das auf erstaunliche Weise die geistigen Bewegungen dieser Zeit repräsentiert.

Die thematisch identischen Skulpturen von 1328, die Paolo di Giovanni geschaffen hat, sind im Bargello-Museum aufbewahrt, das nicht weit vom Tor entfernt liegt. Ursprünglich waren diese Skulpturen ebenfalls mit dem Porta Romana verbunden, doch zeigte sich im Verlauf der Jahrhunderte, dass eine Erhaltung dieser wichtigen Werke nur auf andere Weise gewährleistet werden konnte.


 



Das moderne Gegenbild zur Madonna ist nicht zu übersehen: ein drittrangiges Fresko mit Florentiner Persön­lichkeiten quer durch die Jahr­hunderte. Dieses Bild stellt ein nicht unwichtiges Gegenkonzept zur sehr christlichen künstlerischen Gestaltung der Porta Romana dar.

Als Besucher hat man an der Porta Romana die interessante Möglichkeit, einen Einblick in die militärische Baukunst des 14. Jahrhunderts zu erhalten, die dennoch durch den Florentiner Kulturgeist geprägt ist durch kunstvolle Gestaltung und beeindruckende Repräsentation. Aus dieser Zeit stammen auch einige der Bauwerke, die noch ihren Rang als wichtige Befestigungsanlage halten konnten. Eine grundlegende Veränderung der Kriegsführung ihnen nach und nach eine andere Funktion zukommen ließ.

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