Politischer Umbruch
9. Juni, 2007 von Moderator
Wie der florentiner Adel politisch gesehen endgültig entmachtet wurde
Nachdem sich in Florenz dieses pseudodemokratische System etabliert hatte, kam es bald zu wichtigen politischen Umwälzungen im ganzen Umfeld der Stadt.
Gleichzeitig mit dieser bürgerlich-gesellschaftlichen Entwicklung nämlich versuchten die Machthaber in Florenz ihren Einfluss geltend zu machen, um die feudale Herrschaft im „contado“, der Umgebung der Stadt zu entmachten.
Dieser politische Schritt, der weniger in einem wirklichen Idealismus, sondern eher in trockenen Machtinteressen der wohlhabenden Florentiner begründet war, liest sich beispielhaft ebenso wie der Konflikt zwischen König und Adel in einem Feudalreich: Während der Adel seinen Einfluss und seine relative Unabhängigkeit durchzusetzen versucht, ist der König natürlich an Einflussnahme in möglichst vielen Bereichen interessiert.
Immer da, wo der Eine wenig zu sagen hat, kann sich der Andere laut zu Wort melden; und so war es auch im florentinischen Konflikt zwischen Geld- und Geburtsadel. Das Staatsgebiet wurde auch zu Lasten der benachbarten toskanischen Städte erweitert, die der Macht von Florenz nicht viel entgegensetzen konnten.
An diesen Rechten des comune, der Stadtrepublik Florenz, konnten auch die Bemühungen des Kaisers kaum etwas ändern, der den wachsenden Einfluss der Metropole natürlich mit Argwohn beobachtete.
Allerdings zeigte sich bald, dass Florenz sich politisch sehr günstig platziert hatte. Nach der Niederlage seiner Armee 1176 in der Schlacht bei Legnano war der Einfluss des Kaisers auf Florenz und weite andere Teile des Reiches, vorerst gebrochen.
Durch die Truppen der von Papst Alessandro III. geleiteten Lombardischen Liga wurde Friedrich Barbarossa geschlagen, und er musste am Ende in der Markuskirche von Venedig als Zeichen der Unterwerfung seinen roten Kaisermantel ablegen und dem vorm Altar thronenden Papst Füße und Knie küssen. Eine harsche Geste, die aber in der damaligen Zeit nicht ungewöhnlich war, da der Sieger das Recht auf seiner Seite hatte.
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