Wirtschaft und Politik in Florenz gegen Ende der Renaissance

Wenn Kunst und politischer Einfluss auch nicht mehr den ehemaligen Höhepunkt erreichten, blühten doch in Florenz die Naturwissenschaften unter dem Patronat des Großherzogs Ferdinando II. auf. Er war Protektor von Galileo Galilei und selber engagiert in Mathematik und experimenteller Forschung.

So galt Florenz als die Stadt für engagierte Forscher, die an anderen Orten fehlende Unterstützung oder gar Beschneidung durch die Kirche befürchten mussten. Man hatte es geschafft, sich von den kirchlichen Dogmen, die für Florenz immer eine gewisse Befehlsgewalt gehabt hatten, zumindest soweit zu befreien, dass eine produktive wissenschaftliche Arbeit möglich war.

Dennoch ist eine starke Kritik am damaligen Großherzog überliefert, die sich auch und gerade auf seine Arbeit als Patron der Forschung bezieht. Der Großherzog hatte wohl die unpassende Angewohnheit, seinem Hobby mehr Zeit und Energie zu widmen als den Regierungsaufgaben.


 



Das Ergebnis war klar: Obwohl Florenz zu jener Zeit von Pest und Wirt­schaftskrisen im Textil- und Agrarbereich heim­gesucht wurde, ergriff die Politik nicht die notwendigen Gegenmaßnahmen, was wirtschaftlich natürlich sehr unangenehme Folgen für die Stadt hat.

Eine Periode der Stagnation und Dekadenz kennzeichnet die Regierung der letzten Medici-Herrscher, die nach Jahrhunderten einer fruchtbaren und sogar oft sehr weisen Herrschaft schließlich doch ihre eigene Schwäche nicht überwinden konnten.

Die Medici waren immer ein Herrschergeschlecht gewesen, das sein Vorankommen und seine Macht hoch ansah und das die Eitelkeiten der einzelnen Mitglieder bekämpft hatte, doch hatten sich diese Tugenden am Ende überlebt. Bis zum Tod des unfähigen Gian Gastone 1737, waren die Medici zu einem Schatten ihrer selbst verkommen.

Gastone hatte einen schlechten und zweifelhaften Ruf und soll seinem diabolischen Kammer­diener völlig hörig gewesen sein, ein schwacher Mann, der nicht mehr fähig war, das Haus Medici zu führen.

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