Pest Florenz

Auswirkungen der Pest im Nachhinein auf das Stadtleben in Florenz

Der Schrecken der Pest hatte aber auch noch andere, weitreichendere politische Auswirkungen. Schon seit 1289 hatten die italienischen Bauern weitgehend die Möglichkeit, sich frei zu bewegen, da das Land stark dialektal organisiert war; allerdings konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht von einer wirklichen Abschaffung der Leibeigenschaft reden.

Vielmehr musste man auf diesen Schritt, zumindest wenn man seine praktische Umsetzung betrachten will, noch eine ganze Weile warten. Die Pest gab den Bauern, die nun noch weniger an ihren Boden, den sie für einen Lehnsherrn bewirtschafteten, gebunden waren, die Möglichkeit, in die Stadt auszuwandern.

Der hochmittelalterliche Ausspruch „Stadtluft macht frei“, der eigentlich aus Deutschland stammt und erst zu einem weitaus späteren Zeitpunkt seine Gültigkeit hatte, ist in Italien scheinbar schon lange bekannt gewesen. Die Bauern ersetzten die vielen der Pest erlegenen Arbeiter in der Stadt.


 



Der Andrang der Landbevölkerung, die den schwarzen Tod im Vergleich zu den Städten relativ gut überstanden hatte, bedeutet für Florenz eine neue harte Zeit, da die soziale Bewegung selbstverständlich Unruhe und Ärger mit sich brachte.

Kaum war eine Kontroverse über die Schwierigkeiten dieser Entwicklung besonders in der Wollbranche beendet, waren die keiner Zunft angehörenden Arbeiter, die schlecht bezahlt und entrechtet zur Arbeit verpflichtet wurden, schnell der alten Feudalherrschaft enthoben, um sich der Oligarchie in Florenz zu unterwerfen.

Die Florentiner verstanden es, aus einer Situation für sich immer das Beste zu machen; und scheinbar hieß dies im ausgehenden 14. Jahrhundert, dass die verstorbene Stadtbevölkerung durch Bauern ersetzt werden musste, die man zur Arbeit verpflichten konnte.

Der Zustand der ehemaligen Bauern im Florenz nach der Pest war dann auch bald bedauernswert, denn sie durften nicht an der jeweils zweimonatigen Wahl der unter Vorsitz des Gonfaloniere gewählten regierenden Prioren teilnehmen, und auch sonst stand es um ihre Rechte und ihre Entlohnung meist ernsthaft schlecht.

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