Niccolo Machiavelli
8. Juli, 2007 von Moderator
Was Niccolo zu einem revolutionären Ausnahmepolitiker machte
Machiavelli, der bis heute als Inbegriff des skrupellosen und manipulativen, aber sehr erfolgreichen Politikers gilt, war ein einflussreicher Man in der Republik Florenz, der einen Gegenpol zu den beinahe allgegenwärtigen Medici darstellte.
Er hatte es schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts in den Rang eines angesehenen Politikers geschafft, als die Rückkehr der Medici nach Florenz ihm mächtige Feinde in der Stadt schuf, die ihn in große Schwierigkeiten brachten. Wegen einer Anti-Medici-Verschwörung der Komplizenschaft beschuldigt, wird er 1513 verhaftet und seines politischen Einflusses beraubt.
Nach seiner Freilassung zieht sich Machiavelli in sein Landhaus in Percussina zurück und beginnt die Arbeiten an seinem bekanntesten Werk, dem Opus »Der Fürst«. In diesem Werk liefert er eine Darstellung davon, wie das Zusammenleben zwischen dem Fürsten und dem Volk so zu gestalten sei, dass am Ende eine, vor allem für den Fürsten, vorteilhafte Zusammenarbeit entstehen würde.
Machiavellis Thesen, die dem Gedanken einer heutigen Demokratie grundlegend widersprechen, waren für die damalige Zeit aber sehr progressiv, da Ideen wie „ Herrschaft durch Angst “ natürlich auch ohne die Kenntnis des Fürsten überall in der Welt praktiziert wurde.
Die Jahre 1514 bis 1520 waren die fruchtbarste Schaffensperiode des Ausnahmepolitikers. In dieser Zeit entstehen Werke über den Teufel und über die Kriegskunst, die von erstaunlicher Tragweite sind.
Machiavelli frequentiert auch den Intellektuellenkreis bei den Orti Oricellari in Florenz, da ihn die Sehnsucht scheinbar immer wieder zurück in die Stadt zieht.
Die Geschichte von Machiavelli, die so viel versprechend begonnen hatte, endet allerdings tragisch. Der florentinische Exilant schreibt 1523 und 1524 die „Florentiner Geschichten“ und sehnt sich scheinbar immer wieder in die Stadt zurück, die er nur selten besuchen kann.
1527 wird Florenz wieder Republik, und Machiavelli bewirbt sich erneut um den wichtigen Posten des Kanzleichefs. Allerdings sind seine Bemühungen vergeblich, vielleicht nicht zuletzt, weil sein politischer Einfluss von den Mächtigen nicht geschätzt wurde. Enttäuscht und verarmt stirbt er zwölf Tage später.
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