Napoleon Italien

Wie sich das Wirken Napoleons in Europa auf Florenz auswirkte

Wie überall in Europa gab es natürlich auch in Florenz ein napoleonisches Intermezzo, als die französischen Revolutionäre nach dem Untergang des französischen Absolutismus ihre schon bald völlig verfremdete Botschaft überall auf dem Kontinent verbreiten wollten.

Immerhin hatte Napoleon allerdings eine fortschrittliche Armee geschaffen, der man im traditionellen alten Europa nichts entgegensetzen konnte.

Vor und nach dieser kurzen Fremdherrschaft regierte das Haus Habsburg-Lothringen in der Toskana und folglich auch in Florenz. 1859 musste Leopold II. Flo­renz allerdings endgültig verlassen, was die Stadt in ein gewisses Vakuum warf, dem man sich nun aber wieder schnell anpassen konnte.

Es folgte eine Zeit, in der Florenz beinahe wieder seinem alten Ruhm gleichkommen konnte. Nach Turin wurde die Stadt von 1865 bis 1871 vorübergehend Italiens Haupt­stadt, bis Rom erobert wurde. Aus dieser Zeit stammt die Piazza della Republica, die Ringstraße anstelle der alten Stadtmauer, aber auch die Panorama-Allee im Oltrarno.


 



Viele prunkvolle Gebäude ent­standen damals nach den Plänen des Städtebauers Giuseppe Poggi, der sich in den Kopf gesetzt hatte, Florenz als feste Hauptstadt des Landes zu etablieren. Ehrgeizig waren seine Projekte, und sie genossen breite Unterstützung bei der politischen Schicht der Stadt, die endlich wieder eine Chance sah, sich innerhalb von Italien den Platz zu verdienen, der ihnen zustand.

Poggi konnte allerdings nicht jede Veränderung verwirklichen, die er vorhatte. Dies war ein Glück für die Stadt, denn die großen Pläne hätten noch mehr Geld verschlungen; Geld, das Florenz bald wieder gut gebrauchen konnten, denn der Traum von der Hauptstadtrolle hielt sich nicht lange.

Eine Flaute in der Bauindustrie folgte, ebenso wie der Rückweg in die innenpolitisch unwichtige Rolle in der Toskana, in der die Bauwerke, die Poggi gern aus dem Boden gehoben hätten, sehr deplaziert gewesen wären.

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