Museo Stibbert

Ein viktorianisches Museum in Florenz aus einer alten Kunstsammlung

Zwischen all den wichtigen und teilweise sogar weltberühmten Museen und Kunstschätzen in Florenz nahm das Museo Stibbert für viele Jahre eine eher untergeordnete Rolle ein. Es wurde für Jahrzehnte verkannt und vernachlässigt, doch ist dieses exzentrische Museum heute endlich auf dem Weg, eine ansprechende Stellung in der Vielfalt von Florenz kultureller Landschaft zu erobern.

Dank einer kompletten Umgestaltung und Renovierung kann das Museo Stibbert seine schier unzähligen Schätze in über 60 Räumen endlich vollem Glanz zeigen. Der ehemalige Ruf, nämlich dass es sich um das leicht wunderliche Kabinett eines Exzentrikers handelt, das auch noch nach seinem Tod ausgestellt wird, ist zwar selbst heute nicht ganz von der Hand zu weisen; doch überwiegt eindeutig der Wert der Kunstschätze gegenüber diesem Vorurteil.

Interessant ist an der etwas außerhalb des Stadtzentrums gelegenen Doppelvilla vor allem, dass sie einst Wohnsitz des steinreichen Angloflorentiners Frederick Stibbert (1838-1906) war. Stibbert, nach dem dieses Haus noch heute bekannt wird, ist durch die Geschichte bekannt als ein großer Kunstliebhaber, beinahe sogar als Exzentriker.


 



Das heutige Museo Stibbert wurde bereits von diesem bekannten Mitkämpfer Garibaldis, der Finanztycoon und sammelwütiger Kunstkenner zugleich war, mit einer manischen Leidenschaft für Waffen und Kostüme zu einem viktorianischen Museum ausgebaut, das man in dieser Form in Florenz nicht kennt.

Die Hauptattraktion des Museo Stibbert ist der „Sala della Cavalcata , der „Rittersaal“. Diese große Halle zeichnet sich aus durch zwölf voll gepanzerte Ritter, die in Doppelreihe hoch zu Ross stehen. Es handelt sich um spätere Prunkrüstungen, denen man ihren eigentlichen Zweck, nämlich ihren Träger zu einem größeren Prestige zu verhelfen und seine soziale Stellung auszudrücken, leicht ansieht.

Zur Kostümkollektion des Museo Stibbert gehört auch Napoleons grünes Krönungsgewand, ein wirklich außergewöhnliches Stück, das es sicherlich nicht verdient hatte, in der relativen Bedeutungslosigkeit zu verkommen, in der sich dieses Museum vor zwei Jahrzehnten noch befand.

Gleich beim Eintritt in den Malachit-Saal erblickt man auch die markanten Gesichter von zwei gierigen Wucherern des flämischen Malers Roymerswale aus dem 16. Jahrhundert. Dieses Gemälde sticht vor allem deshalb ins Auge, weil die Gesichter trotz ihrer weitgehend realistischen Darstellung beinahe karikaturive Züge tragen. Ein sehr interessantes und außergewöhnliches Werk, das sich gut in die anderen Ausstellungsstücke dieses interessanten, aber auch leicht kuriosen Museums einreihen will.

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