Mittelalter Schweiz

Vom Aufstieg Zürichs zur wohlhabenden, von Deutschland unabhängigen Stadt

Erst 853, als Ludwig der Deutsche, ein Enkel Karls des Großen, die Fraumünsterabtei gründet und der Lindenhof zur Pfalz ernannt wird, beginnt der Aufstieg der kleinen Siedlung Zürich. Es wird eine Befestigungsanlage um den Ort gebaut, und dank der günstigen Lage an einer wichtigen Handelsroute profitiert Zürich bald von den Zolleinnahmen. Der Reichtum und das Ansehen steigen rapide an, genau wie die Bevölkerung, so dass Zürich bereits 929 das Stadtrecht erhält.

Die Lage als Verbindungsstück zwischen Deutschland und Italien machen sich auch die deutschen Könige und Kaiser zunutze, so dass die Handelswege durch Zürich hindurch ausgebaut, und Geschäfte zwischen Deutschland und Italien oftmals im Lindenhof verhandelt werden. Auf eben diesem Hof feierte sogar Kaiser Heinrich IV. seine Verlobung, dessen Vorgänger dem Fraumünster das Münzprägerecht zusprach.

Als das Heilige Römische Reich durch Streitigkeiten zwischen Kaisern und Papst geteilt wird, gerät Zürich als Reichsvogtei in die Hand der Zähringer. Deren Geschlecht stirbt jedoch 1218 aus, und Zürich wird zur freien Reichsstadt, in der Adel und reiche Kaufleute das sagen haben. Diese hatten zunächst einen Pakt mit den Habsburgern, gegen die sie sich jedoch recht schnell wendeten, nachdem das Hause Habsburg zu große Macht gewonnen hatte.


 



So entstand zum Schutz eine dicke Wehrmauer mit 16 Wachtürmen um die 9 000 Einwohner starke Stadt, die jedoch die wirtschaftliche Abhängigkeit von Habsburg-Österreich nicht umgehen konnte. Durch diese Abhängigkeit ergaben sich jedoch für die Kaufleute extreme Vorteile, die so neue Märkte erschließen konnten.

Während die Patrizier ihren Wohlstand mehrten, verarmte der Adel zusehends und versucht mit Hilfe von Rittern und einem diktatorischen Regime alle Kaufleute zu verbannen, was jedoch nach 20 Jahren mit dem Tod des Anführers Rudolf Brun sein Ende findet.

Zu dieser Zeit haben Kriege und die Pest die Bevölkerung bereits auf 6 000 Einwohner dezimiert, und der Trend nach unten hält weitere Zeit an. Durch Eroberungen und Abkaufen von Land dehnt Zürich seinen Machtbereich aus, doch nicht ohne Opfer. Aufgrund der Kriege entstehen zusätzlich Hungersnöte und Seuchen, die die Einwohnerzahl Mitte des 15. Jahrhunderts auf 4 000 schrumpfen lassen.

Nach den Burgunderkriegen erhält das Münster seine zwei Türme, die bis heute das Wahrzeichen der Stadt sind, und dank den Schwabenkriegen 1499 sind die Schweiz und Zürich von Deutschland unabhängig.

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