Michelozzo

Ein beliebter Wallfahrtsort, dank eines Wunders

Eine besondere Geltung gewann Santissima im späteren 13. Jahrhundert durch ein Gemälde, welchem man Wunderkräfte nachsagte. Am Silberaltar gleich links neben dem Kirchenein­gang findet man in der von Michelozzo entworfenen Prachtkapelle dieses Gemälde.

Allerdings kann man nur bei feierlichen Anläs­sen überhaupt einen Blick darauf werden, da es von der Kirche wie ein Schatz gehütet wird. Die Gläubigen kamen schon im Mittelalter gerne in die Kirche, um diesem Gemälde nahe zu sein.

Es handelt sich um ein wundertätiges Gemälde der Verkündigung, für das bald viele Pilger kamen, um es zu verehren. Innerhalb von relativ kurzer Zeit hat das Gemälde die Kirche zum populärsten Wallfahrtsort in Florenz gemacht.

Die Legende, die sich um dieses Gemälde rankt, ist eindeutig: während der Künstler schlief, soll ein Engel das zarte Gesicht der Madonna fertig gemalt haben. So zumindest erzählte man sich in Florenz und erzählt es eigentlich heute immer noch.


 



Die Popularität dieses wundersamen Gemäldes war in Florenz ausgesprochen groß. Bis 1750 begann sogar das Kalenderjahr in Flo­renz nicht am 1. Januar, sondern am 25. März, dem Jahrestag der Verkündigung; weil dieses Gemälde durch ein Wunder vollendet worden war.

Es war für die Florentiner Bürger ein wichtiges soziales Ereignis, an diesem Tag sein Konterfei in Form einer lebensgroßen bekleideten Wachsfigur als Weihegabe in der Kirche anbringen zu lassen. Dieses Privileg stand natürlich nur den reicheren Bürgern offen, doch diese waren gerne bereit, sich mit einer Spende zu bedanken, wenn man sie in diesem frühneuzeitlichen Wachsfigurenkabinett bedachte.

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