Mauren Liechtenstein

Liechtenstein: Mauren

Für historisch interessierte Besucher ist die Gemeinde Mauren nur von zweitrangigem Interesse, da man in dieser Region in der Tat nicht besonders viele alte Bauwerke findet. Wer aber Mauren einen Besuch abstattet, wird vielleicht die Gelegenheit schätzen, die Pfarrkirche St. Peter und Paul zu besuchen, ein Bauwerk, welches nachweislich auf eine beachtlich lange Geschichte zurückblicken kann.

Schon in römischer Zeit wurde der Platz der heutigen Kirche zu Siedlungszwecken genutzt, denn die terrassenartige Form an einem Abhang eignete sich sehr für die Errichtung verschiedenster Bauwerke, für die das Gebiet im Laufe der Jahrhundert auch ausgiebig genutzt wurde.

Im Laufe der Zeit wurden hier mehrere Kirchen errichtet, die alle in den Grundriss einer älteren, römischen Villa fallen, von der heute nicht mehr viel erhalten ist.


 



Die ältere Kirche von Mauren wurde 1842 abgerissen, da sie sehr baufällig geworden war, doch sehr schnell begann man mit der Errichtung einer neuen Kirche. Die durch eine Renovation noch heute erhaltene Kirche stammt aus den Jahren 1843 und 1844, doch änderte man im 20. Jahrhundert das künstlerische Konzept des Innenraums in wenig.

Die Pfarrkiche St. Peter und Paul mag nicht allein ein Grund sein, um Mauren zu besuchen, doch ist sie in der Tat eine interessante Sehenswürdigkeit dieses kleinen, charmanten Ortes.

In Gamprin und Bendern hingegen finden Freunde historischer Baukunst gleich wieder eine ganze Reihe von interessanten Sehenswürdigkeiten, die man sich bei einem Besuch in der Region nicht entgehen lassen sollte.

Hier findet man zum Beispiel die Pfarrkirche St. Maria Bendern, ein kirchliches Bauwerk, welches wohl mit auf die längste Geschichte in ganz Liechtenstein zurückblicken kann. Diese Kirche stammt in ihren Ursprüngen aus dem 5. Jahrhundert, als Liechtenstein gerade durch den auch auf dem europäischen Festland zunehmenden angelsächsischen Einfluss christianisiert wurde.


 



Die erste urkundliche Erwähnung eines Bauwerkes, welches in der Tradition der heutigen Pfarrkirche steht, stammt allerdings aus dem Jahr 1045. In einem Königsdiplom Heinrichs III. ordnet man die Kirche dem Besitz des Frauenklosters Schänis zu, welches auch Pfründen sein Eigen nennen konnte.

Im Verlauf des nächsten Jahrhunderts ging die Kirche über in den Besitz des Ritters Rüdiger von Kimpach, der sie 1194 dem Stift St. Luzi übergab. Hier beginnt die wirkliche kirchliche Geschichte dieses eigentlich schon im Ursprung klerikalen Baus, da die früheren Besitzerwechsel die Kirche nicht streng dem Besitz der Kirche zuordneten. Die Frauenklöster waren im frühen Mittelalter ebenso einflussreich wie andere Klöster, die oft weite Teile der Umgebung zu ihrem Grundbesitz zählten.

Bis 1826 wurde die Pfarrkirche von den Prämonstratenser Patres betreut, die in der Region eine wichtige kirchliche Funktion übernahmen; erst danach übernahmen Weltgeistliche die Verwaltung der Kirche, eine Tradition, die sich bis heute gehalten hat.

Trotz der extrem langen Geschichte der Muttergottes-Wallfahrtskirche in Bendern stammt das heutige Bauwerk ursprünglich aus dem Jahr 1481; die Kirche wurde allerdings im 19. Jahrhundert stark umgestaltet, so dass von den Wurzeln dieses Bauwerks nur noch teilweise etwas zu sehen ist. Die letzte Gesamtrenovation erfolgte noch vor einigen Jahren.

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