Maria Weißenstein
30. März, 2007 von Moderator
Die Wallfahrtskirche Maria Weißenstein und ihr wunderwirkender Ruf
Das berühmteste kirchliche Bauwerk der Region ist sicherlich die Wallfahrtskirche Maria Weißenstein. Diese berühmte Kirche liegt ganz einsam an einem flachen Hang südlich von Deutschnofen, auch wenn man sie eigentlich nicht zu diesem kleinen Ort zählen kann. Sie gehört nämlich zum Ort Petersberg, wo man auf die Zugehörigkeit dieser Wallfahrtskirche natürlich ebenfalls sehr stolz ist.
Die Gründung von Maria Weißenstein geht auf eine Legende zurück, an der sicherlich mehr als ein Fünkchen Wahrheit ist. Dieser Geschichte nach, die wenigstens durch ein Gelübde begründet sein soll, wurde ein gewisser Leonhard, Bauer auf dem nahe gelegenen Weißensteinerhof von der Maria selbst nach einem Sturz in eine Schlucht gerettet und bedankte sich mit dem Bau einer Kapelle.
Man geht heute davon aus, dass Leonhard ein Epileptiker war, der durch diese Krankheit überhaupt erst in diese missliche Lage geraten war, weshalb das legendäre Eingreifen der Heiligen Maria natürlich eine besondere Bedeutung einnimmt.
Menschen, die ebenfalls auf der Suche nach Heilung waren, begannen nach Maria Weißenstein zu pilgern, nachdem diese Legende Verbreitung erfahren hatte. Da die Geschichte überall in der Region und teilweise auch außerhalb schnell sehr populär wurde, konnte die kleine Kapelle des Bauern Leonhard dem Ansturm nicht mehr gerecht werden und so wurde die bald zu kleine Kapelle 1561 durch eine Kirche ersetzt, die mittlerweile nicht mehr allein durch eine private Spende gebaut wurde.
1718 wurde sie dem Servitenorden übergeben, der zu dieser Zeit sehr einflussreich war. Der Orden ließ die Kirche erweitern und vergrößern und nutzte die große Beliebtheit als Wallfahrtsort gerne für seine Zwecke. 1753 wurde Maria Weißenstein im Zuge der allgemeinen Mode barock erneuert, und die beiden kleinen Türme sowie die Kuppel, die heute das äußere Erscheinungsbild der Kirche prägten, wurden errichtet.
In der neuen Kirche sind heute die Fresken des Wiener Hofmalers Adam Molk, die aus dieser Zeit stammen, die größte künstlerische Attraktion im Inneren von Maria Weißenstein. Das Kloster war zwischen 1787 und 1836 aufgehoben, als der Servitenorden seinen Einfluss verlor, und Kloster wie Kirche wurden teilweise ihres Schmucks beraubt, was man heute als einen schweren, aber leider nicht mehr zu behebenden Schaden ansieht.
Auf der linken Seite der Kirche befinden sich die alte Kapelle und die Sammlung der Votivgaben, die von den Pilgern im Laufe der mittlerweile sehr langen Geschichte dieser Kirche dargebracht wurden. Vor allem an Marienfeiertagen, allen voran dem 15. August, ist Maria Weißenstein noch heute ein beliebtes Pilgerziel für Zehntausende von Besuchern. So weit reicht der Ruf dieser Kirche, dass selbst der Papst zu den Besuchern gezählt werden kann, denn er kam im Jahr 1988 nach Maria Weißenstein.
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