Manierismus

Die berühmtesten Vertreter des Manierismus, Florenz

Das Wort für den neuen Stil lässt sich auf Giorgio Vasari, einen der begabtesten Kunstexperten am Hof von Cosimo l., zu­rückführen: Er sprach von einer „ neuen Ma­nier “ der Florentiner Künstler, und selbst wenn er damit nur eine unbewusste Veränderung meinte, zeigte sich schon bald, dass der Begriff Manierismus sehr treffend war.

Auch für diesen neuen Stil gab es eine gute Zeit, denn in alter Medici-Tradition war Groß­herzog Cosimo nicht knauserig gegenüber den Künstlern. Er finanzierte zur eigenen Glorie mit gutem Gespür die begabtesten Künstler der neuen Generation und machte sich somit zu einem Führer in dieser neuen Bewegung.

Die großen Namen des Manierismus sind zwar nicht so klangvoll wie ihre Vorfahren in der Renaissance, doch handelt es sich um hervorragende Künstler: ob Vasari selbst, Buontalenti und Ammanati, Ponlormo und Bronzino, alle diese Künstler arbeiteten in neuer Manier und erschufen erstaunliche Kunstwerke.


 



Dieser neue Einfluss in der Florentiner Kunst lässt sich in Originalität und Ausdruck mit dem weitaus neueren Expressionismus vergleichen. Beide Spielarten der Kunst brachen erstarrte Schemata auf und befreiten die Kunst ein weiteres Mal vom Dogma der richtigen und angemessenen Darstellung.

Man war kühn geworden in Florenz und ging mit seinen Werken anders um als früher. Bewegung, kräftige Farben, Asymmetrie waren die Stilkontraste, die der Manierismus zum Renaissancestil hinzufügte. Diese Elemente kamen als neue Wagnisse mit ins Spiel, und der Kontrasteffekt von Licht und Schallen an den Fas­saden der Palazzi wurde lebhafter.

Diese Stilveränderung vollzog sich beinahe parallel in den beiden wichtigen italienischen Metropolen Rom und Florenz; und doch blieben die Ergebnisse dieser Veränderung deutlich unterscheidbar. In Florenz konnte der Barock nie dominieren, während Rom von diesem neuen Einfluss im Anschluss an den Manierismus stark geprägt wurde.

Die Florentiner hatten schon immer einen ausgeprägten Sinn für das Wesentliche, und so liebten sie auch ihre Kunst weitgehend ohne Schnörkel, dafür mit einer schlichten Eleganz.

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