Maltechnik Florenz

Die Entwicklung der Maltechnik von Sarto

Für die Fresken wählte er die Grisailletechnik in Grau oder Sepia, eine Technik, die zusammen mit weißen Auf­hellungen die bildhaueri­sche Wirkung von Basreliefs erzielen kann. Dieser Technik bleibt Sarto während all der Jahre treu, doch verändert sich der Stil seiner Werke teilweise erheblich.

Vergleicht man zum Beispiel das an­fangs gemalte Fresko „Taufe Christi“ mit der „Namensgebung des Johannes“, einem der späteren Werke, so wird deutlich, dass sich der Stil Andrea del Sar­tos im Lauf der Jahre stark ent­wickelte.

Er bewegte sich von einem vergleichsweise traditionellen Renaissancekünstler, der ob seiner Jugend noch den Meistern seiner Zeit nachstrebte zu einem selbstbewussten und erhabenem Künstler mit eigenem Namen, der seinen Werken zunehmend auch innovative und besondere Kraft verleihen konnte.


 



Dramatisch plastische Höhepunkte dieser Serie von Werken sind die „Predigt des Täufers“, die „Taufe des Volkes“ und die „Verhaftung und Enthauptung des Johannes“.

Hervorstechend sind vor allem die athletischen Muskelpakete in seinen Werken. Sie ver­raten das große Interesse des Malers für die Kunst Michelan­gelos, der ganz der griechischen Antike folgend, stets einen großen Sinn für die Ästhetik des männlichen Körpers an den Tag legte.

Mit diesen Werken gelangte Sartos an die Gren­ze von Hochrenaissance und Ma­nierismus und zeichnet sich aus durch eine erstaunliche Arbeit, die den ehemaligen Stilbruch der Renaissance durch immer neue, künstlerische Erweiterung langsam in eine neue Ebene überführt.

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