Luxemburgisch

Welche Begrüßungen und Umgangsformen in Luxemburg üblich sind

Diese Mischung als lockeren Tönen und tieferen traditionalistischen Vorstellungen zeigt sich einigermaßen deutlich auch in den luxemburgischen Umgangsformen. So ist es zum Beispiel üblich, beim ersten Treffen oder dem Zusammentreffen mit Bekannten die Hände zu schütteln; dies gilt auch für junge Leute, die diesen Brauch auch untereinander meist pflegen.

Freundinnen hingegen umarmen sich öfter, vor allem, wenn die freundschaftliche Bindung recht eng ist; in einer Anlehnung an die französische Kultur sind auch Wangenküsse zur Begrüßung nicht unüblich, aber nicht so verbreitet wie in Frankreich.

Der Luxemburger zeigt sich hier als mittlere Position zwischen den förmlichen deutschen Vorstellungen und der starken Herzlichkeit französischer Begrüßungsrituale, die ja in Wirklichkeit oft auch nicht mehr sind als eine anders vorgebrachte Geste mit der gleichen Bedeutung.


 



Die am häufigsten gebrauchten Begrüßungsformeln auf Luxemburgisch sind „Moien“, was soviel heisst wie Morgen, und „Gudden Owend“, für Guten Abend. Höflich ist auch die Floskel „Wéi geet et?“. Man kann auch als Deutscher leicht verstehen, dass dies soviel heisst, wie „Wie geht es Ihnen?”. Dennoch haben auch die französischen Umgangsformen in der Begrüßung eine nicht unwichtige Rolle. Man hört oft auch das französische Bonjour.

Luxemburger verabschieden sich entweder mit der formlosen Aussage „Äddi“, die ungefähr auf Wiedersehen entspricht, oder mit dem höflicheren und förmlicheren „Au Revoir“.

Wie in vielen anderen Ländern benutzen auch in Luxemburg junge Leute gerne kurze Formeln wie das französische Salut oder das italienische Ciao. Unter Freunden und Bekannten verwendet man auch Redewendungen wie „Bis eng aner Kéier“ oder „Bis häno“. Beide bedeuten auf bald oder bis später.

Die definierte Formel „Äddi, bis mar“, die ungefähr auf Wiedersehen und bis morgen heißt, verwendet man wie in Deutschland nur, wenn man sich in der Tat auch am nächsten Tag wieder sieht.


 



In den weitläufigeren Umgangsformen zeigen sich die Luxemburger wiederum etwas förmlicher. Unangekündigte Besucher sind auch unter jungen Leuten vergleichsweise unüblich und werden, je nach persönlicher Bindung, eventuell auch als aufdringlich empfunden.

Gute Freunde bringen einem Paar, das gerade in ein neues Haus eingezogen ist, als Glücksbringer Brot, Salz und eine Flasche Wein mit. Ein Brauch, den man auch in Deutschland kennt, der allerdings in Luxemburg eine größere Bedeutung hat. Zum Abendessen geladene Gäste überreichen der Gastgeberin normalerweise ein kleines Geschenk.

Jüngere Leute teilen die Zubereitung eines gemeinsamen Essens auch gerne unter sich auf: entweder, indem man direkt zusammen kocht, oder indem die Gäste den Nachtisch mitbringen. Es ist in Luxemburg übrigens sehr unüblich, geschäftliche und private Kontakte zu vermischen, denn man spricht bei einer Einladung nach Hause nicht über das Geschäft, dies ist öffentlichen Plätzen wie Restaurants vorbehalten.

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