Luxemburg Bevölkerung
8. März, 2007 von Moderator
Charakter und Familienplanung der Luxemburger
Es ist dieser besondere patriotische Stolz, der dafür sorgt, dass man auch heute noch ein reichhaltiges volkstümliches Kulturleben in Luxemburg kennt. Jede größere Gemeinde hat ihr Blasorchester, das traditionelle Musik spielt, und ausländische Kulturvereine pflegen das heimische Brauchtum.
Verschiedene Literatur- und Kunstpreise fördern junge Talente in Literatur und bildender Kunst, und auch wenn die Autoren und Maler kaum über Luxemburg hinaus bekannt sind nehmen sie doch innerhalb des Landes eine überaus wichtige Stellung ein.
In der Familienstruktur kannte man Luxemburg bis vor einigen Jahren ebenfalls als ein vergleichsweise traditionalistisches Land. Die Eheschließung war, und ist es noch heute, für viele Paare ein wichtiger Bund, mit dem man aber, zumindest nach den gängigen luxemburgischen Vorstellungen, warten sollte, bis die Ausbildung der Partner abgeschlossen ist und sie finanziell verhältnismäßig unabhängig sind.
Auch in der Ehe sind verhältnismäßig viele luxemburgische Frauen berufstätig, sie stellen immerhin 36,6 Prozent der Erwerbstätigen. Dennoch kennt man eine recht große Zahl von Familien, die dem traditionellen Rollenbild folgen, bei dem ein Ehepartner, üblicherweise die Frau, seinen Beruf wenigstens für einige Jahre aufgibt, um sich den Kindern zu widmen.
In dieser Beziehung zeigt sich Luxemburg allerdings auch als recht modern, denn die Möglichkeiten, auch schon kleinere Kinder in Tagesstätten unterzubringen, sind vergleichsweise hoch, und auch die Toleranz in der älteren Generation ist recht groß: viele Großeltern nehmen ihre Enkelkinder gern wenigstens zeitweise auf, um einem jungen Paar eine doppelte Berufstätigkeit zu ermöglichen.
Insgesamt nimmt aber auch die Zahl der Paare, die in eheähnliche Gemeinschaften ohne Trauschein leben, in letzter Zeit überdurchschnittlich stark zu. Die traditionalistischen Strukturen, die beinahe zwanghaft eine Ehe an eine Verbindung angeschlossen haben, existieren in dieser Form nicht mehr, und die gesellschaftliche Toleranz gegenüber Partnerschaften ohne Trauschein ist auch dann noch sehr hoch, wenn das Paar gemeinsame Kinder hat.
Wie in vielen anderen westlichen Industriestaaten kennt auch Luxemburg eine recht hohe Trennungsrate nach Eheschließungen, doch liegt diese niedriger als in einigen anderen kulturell vergleichbaren Ländern, was wohl auf die noch immer recht enge familiäre Verwurzelung der Luxemburger zurückzuführen ist.
Vor dem Gesetz gelten nur Ehen, die von einem Standesbeamten geschlossen wurden. Daher müssen Brautpaare, um kirchlich zu heiraten, einen Nachweis der standesamtlichen Trauung vorlegen. Die Stellung der standesamtlichen Trauung ist daher sehr hoch.
Insgesamt kann man in der luxemburgischen Kultur eine Lockerung des familiären Zusammenhalts feststellen, nicht zuletzt vor allem deshalb, weil immer mehr junge Leute im Ausland studieren und arbeiten, was zwangsläufig zu einer geographischen Trennung von der Familie führt, die natürlich die traditionellen, intensiven Beziehungen weitgehend unterbindet.
Das Eigenheim ist in Luxemburg für viele Familien nicht nur ein Traum, sondern Realität: aufgrund der gesunden Wirtschaft im Land leben mehr als 60 Prozent aller Familien in Eigenheimen.
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