Lorenzo de Medici
18. Juni, 2007 von Moderator
Lorenzo de Medici - Förderer von Kunst und Kultur & autoritärer Herrscher.
Durch sein eigenes Talent und seine geistigen Fähigkeiten erwies er sich als ein besonderer Förderer der Kunst und Kultur in Florenz.
Schon seinem Großvater, dem wissensdurstigen Bücherwurm und Kunstgourmet von großen Ruf, hatten seine Mitbürger als einzigem Florentiner Politiker den Ehrentitel Pater palriae, was in etwa Vater der Heimat bedeutet, zugesprochen. So zeigt sich, dass das Mäzenatentum in Florenz nicht nur eine lange Tradition hat, sondern auch innerhalb der Stadt sehr angesehen war.
Damals war es ja in der Republik nicht statthaft, einer herausragenden Persönlichkeit schon zu Lebzeiten ein Denkmal zu setzen, sei es in Wort oder in Marmor.
Unter dem Einfluss von Lorenzo, der sich als einer der größten Oberhäupter der Medici erweisen sollte, entwickelte sich die Geschichte der Stadt allerdings in eine etwas andere Richtung. Zu Lorenzos Zeiten hatte sich die Herrschaft der Medici schon seit langer Zeit entwickelt, und so war es kein Wunder, dass die Familie mittlerweile mit gewissen traditionellen Vorstellungen an ihre Politik heranging.
Lorenzo war dennoch ein weltgewandter und gebildeter Mann, der sich keineswegs in Dekadenz oder ähnliche Untugenden flüchtete; er sollte aber dafür sorgen, dass sich Florenz in eine neue Richtung bewegen würde.
Nachdem er nämlich dem Attentat der Pazzi-Verschwörer entgangen war, die seinen Bruder Giuliano 1478 getötet hatten, änderte sich seine Politik grundlegend. Aus der Tradition der Medici, die Stadt durch die Unterstützung der Bürger zu regieren und die eigenen Interessen nur bedingt gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen wurde eine autoritäre Herrschaft, da Lorenzo den Verrat der Verschwörung scheinbar nur schlecht verwinden konnte.
Er wurde zwar nicht zum Schreckensherrscher, doch zeigte er sich deutlich machtbewusster und zornvoller als in der Vergangenheit, was seinen politischen Entscheidungen nicht immer gut tat.
Auch seine Nachfahren sollten diesen grundlegenden Charakter der Herrschaft übernehmen, der erst durch die Regierung des Dominikanermönches Girolamo Savonarola unterbrochen wurde.
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