Liechtenstein Natur
11. Februar, 2007 von Moderator
Liechtensteins Flora und Fauna - so Artenreich wie in kaum einem Land
Liechtenstein mag nur eine Fläche von 160 Quadratkilometern umfassen, doch ist die Bedeutung dieses Landes auf botanischer und landschaftlicher Ebene dennoch enorm. Auf diesem kleinen Raum beherbergt das Land eine sehr vielfältige Flora, die sich dem Besucher auf ansprechendere Weise darbietet als in vielen anderen Teilen Europas.
Diese reiche Pflanzenwelt ist die Grundlage für die Tierwelt des Landes, die kaum weniger interessant ist und die man in manchen Regionen des kleinen Landes angenehmerweise noch sehr urtümlich und unberührt vorfindet. Grundsätzlich kennt man in Liechtenstein drei Landschaftstypen: das Rheintal, die rheintalseitigen Hänge sowie den Alpenraum. Jeder dieser Typen hat seine eigenen Charakteristika und seinen eigenen Lebensraum und stellt somit eine eigenständige Attraktion für die Besucher des Landes dar.
Es ist kein Wunder, dass jedes Jahr eine Vielzahl von Besuchern allein wegen der Landschaft und Natur des Landes zu Besuch kommt, da man eine so besondere Verbindung von Gastfreundlichkeit, von gut ausgebauter Infrastruktur und gleichzeitig so gut erhaltener Pflanzenwelt nur in wenigen Orten Europas findet.
Im Rheintal zum Beispiel finden sich die Schwemmböden des Rheinlaufs, die im Norden in Moorböden übergehen. Diese relativ feuchten Böden stellen die Grundlage für eine sehr vielfältige Flora und Fauna dar, die sehr erkundenswert ist und die man in dieser Form an nicht vielen Orten in Europa findet.
Diese Besonderheit ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil der Rhein auch in Liechtenstein ungefähr seit der Mitte des 19. Jahrhunderts teilweise begradigt ist und dementsprechend auch eingedämmt wurde, nicht zuletzt, weil die Rheintalhänge die bevorzugten Siedlungsgebiete in Liechtenstein darstellen. Bei einer Flusslandschaft, die auf diese Weise durch den Einfluss des Menschen verändert wurde findet man normalerweise keine so reiche Pflanzen- und Tierwelt mehr vor wie in Liechtenstein.
Etwas abgelegen vom Rhein, in den Rheintalhängen Liechtensteins, findet man viele der menschlichen Siedlungen dieses Landes. Dieses Gebiet ist mit seinem fruchtbaren Boden, mit seinem besonderem Klima und seiner Artenvielfalt ist trotz des teilweise deutlich spürbaren Einflusses der Menschen oft relativ naturbelassen und stellt so ebenfalls für Aktivitäten in der Natur ein ansprechendes Ziel dar.
Noch heute sind ungefähr 40 Prozent der Hänge teils recht dicht mit Wald bewachsen, wobei von diesem Wald nur der geringste Teil neu aufgeforstet wurde. Viele Waldgebiete in den Rheintalhängen sind noch heute sehr naturbelassen und stellen somit ein attraktives Ziel für die Erkundung des örtlichen Waldlebens dar.
Interessant ist besonders auch der Alpenraum Liechtensteins, der mit seinen deutlichen Nord-Süd-Kämmen und -tälern etwa ein Drittel der Landesfläche einnimmt. In dieser Region findet man eine recht milde Berglandschaft, die vor allem durch den warmen Föhn geprägt ist und die sich durch ein vergleichsweise günstiges Klima für wärmeliebende Pflanzen aus dem Mittelmeerraum auszeichnet.
Viele Pflanzen, die weiter nördlich in Europa nicht mehr zu finden sind, finden ihre nördliche Vegetationsgrenze in Liechtenstein, wodurch sich dieses Land natürlich besonders als ein interessanter Schmelztiegel für Nord und Süd auszeichnet.
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