Liechtenstein Landschaft
13. Februar, 2007 von Moderator
Durch welche Natur Liechtensteins Erscheinungsbild dominiert wird
Die heutige Landschaft Liechtensteins wird in den Regionen, in denen nur wenig Wald existiert, vor allem von großen Wiesenflächen dominiert. Dabei muss man deutlich unterscheiden zwischen den sogenannten Magerwiesen und den Fettwiesen, die beide sehr charakteristisch sind für diese Land, die sich aber optisch und botanisch recht deutlich unterscheiden.
Im Gegensatz zu den Fettwiesen sind die Magerwiesen meist recht wenig produktiv, humusarm und kalkhaltig; es ist nicht selten, dass sie in den niederschlagsärmeren Gebieten des Landes in den Sommermonaten sogar austrocknen, wodurch sie natürlich keinen so schönen Anblick mehr bieten.
Dafür sind diese Wiesen aber echte botanische Wunderwerke der besonderen Art: hier gedeihen bis zu hundert verschiedene Pflanzenarten auf engstem Raum. Unter dieser Vielfalt findet man viele seltene oder geschützte Arten und insgesamt 24 verschiedene Orchideenarten, die allein schon eine Wanderung durch diese Wiesen während der Blütezeit zu einem echten Erlebnis machen würden.
Auf den Fettwiesen Liechtensteins hingegen wachsen nur 20 bis 30 verschiedene Pflanzenarten, auch wenn diese Wiesen weitaus weniger anfällig sind für klimatische Veränderungen innerhalb eines Jahres, da es sich bei diesen Wiesen um echte Ökosysteme handelt, die dem Einfluss des Menschen nur sehr begrenzt unterliegen.
Magerwiesen hingegen sind durch den Menschen geschaffene Weideflächen, die aber zum Teil mittlerweile gar nicht mehr genutzt werden. Sie sind entstanden durch Waldrodungen innerhalb der großen Waldgebiete Liechtensteins, in denen so einst Waldlichtungen entstanden.
Die Waldflächen waren wie in vielen Gebieten Europas so groß, dass man die kleinen durch Menschenhand gerodeten Gebiete kaum als etwas anderes denn als Lichtungen bezeichnen kann, in die lichthungrige Arten einwanderten und so nach und nach eine Veränderung dieser Landschaft hervorriefen.
Nachdem im Mittelalter die Sense eingeführt und bald weithin genutzt wurde, nutzte man weite Teile der Landschaft für eine extensive Landwirtschaft, die schließlich die Veränderung dieser Landschaftsart beinahe endgültig machte: der Bauer wurde so indirekt gleichzeitig zum Landschaftsgärtner.
Magerwiesen sind vor allem deshalb in Liechtenstein ein gleichzeitig verbreiteter Landschaftstypus, weil nach dem Zweiten Weltkrieg eine immer intensivere landwirtschaftliche Nutzung der gesamten Gebiete einsetzte, die zwar einerseits die echte Magerwiese verdrängte, die aber gleichzeitig eine Veränderung hin zum ursprünglichen Ökosystem unmöglich macht.
Heute sind 90 Prozent der ehemaligen Magerwiesen der Intensivlandwirtschaft gewichen, doch da die Magerwiese eine so typisch liechtensteinische Art der Landschaft darstellt, fördert der Staat den verbliebenen Rest der echten Magerwiesen, so dass dieser einmalige Landschaftstypus erhalten bleibt.
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