Liechtenstein Geographie
12. Februar, 2007 von Moderator
Liechtenstein: Besondere Natur durch besondere geographische Lage
Natürlich sind es nicht nur die drei großen Landschaften Liechtensteins, die die Tier- und Pflanzenwelt des Landes bestimmen.
Charakteristisch für die besondere Artenzusammensetzung des Landes ist auch der Zusammenschluss von drei geologischen Decken, eine Grundlage, die man an nur wenigen anderen Orten auf der Welt findet. Liechtenstein setzt sich geologisch gesehen zusammen aus dem abtauchende Helvetikum im Rheintal, der oberostalpinen Decke im Osten und der penninischen Aroser Zone im Süden.
Diese seltene Zusammenkunft ist der Grund dafür, dass Liechtenstein eine pflanzengeographische Schaltstelle in Europa ist, die reich ist an botanischen Kostbarkeiten.
Insgesamt zählt man auf dem kleinen Gebiet des Landes mehr als 1.500 Pflanzenarten, von denen ungefähr 800 auf die Gebirgsflora einzuschränken sind, während der Rest sich auf Hang- und Talflora verteilt. Charakteristisch für die liechtensteiner Vegetation ist die geringe Zahl von typischen Silikatpflanzen, da vor allem in den Gebirgsregionen meist sehr kalkreiche Böden zu finden sind, in denen man an nur wenigen Stellen überhaupt Silikat findet.
Dieses Charakteristikum erscheint allerdings nur auf den ersten Blick als einen Mangel, der sich Ausdruck verleiht im Fehlen vieler typischer Pflanzen anderer vergleichbarer Regionen. Gegenüber der Silikatflora ist die Kalkflora nämlich artenreicher und damit für den Wanderer bunter und abwechslungsreicher, weshalb sich Liechtenstein für botanische Wanderungen geradezu anbietet.
Dazu kommt noch die Tatsache, dass das Fürstentum Liechtenstein botanisch extrem gut erforscht ist. So findet man im Herbar von Liechtenstein, einer wichtigen regionalen Trockenpflanzensammlung, beinahe alle Arten, die auch in der Landschaft vorkommen.
Die genaue botanische Untersuchung der Pflanzenwelt hat auch dazu geführt, dass man sehr gut Bescheid weiss über die Gefährdung einzelner Arten: nicht ganz 400 Arten zum Beispiel sind in die Rote Liste der Gefäßpflanzen im Fürstentum Liechtenstein aufgenommen worden, eine Zahl, die ungefähr 24 Prozent der Flora ausmacht.
Im Gegensatz zu anderen so stark industrialisierten Ländern ist diese Zahl vergleichsweise gering. Man weiss in Liechtenstein von 68 Pflanzenarten, die heute nicht mehr existieren, oder von deren Existenz man nichts weiß, wobei noch einmal ungefähr 300 Arten stark gefährdet, gefährdet oder selten sind. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang das Ruggeller Riet, die reichhaltigste Naturfläche Liechtensteins.
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