Liberalisierung Zürich
16. Januar, 2007 von Moderator
Wie die Stadt Zürich zum einflussreichen Zentrum der Schweiz avanciert
In einer Nachwirkung der Pariser Julirevolution wird auch Zürich 1830 zum liberalen Freistaat, was bedeutet, dass durch eine neue Verfassung im März 1831 die Privilegien der Stadt gegenüber dem Land aufgehoben wurden.
Dank dieser Liberalisierung, nach der sich die Landbevölkerung gesehnt hatte, wurden auch Befestigungsanlagen der Stadt unnötig, so dass Mauern Türme und Gräben nach und nach abgebaut werden konnten. Anstatt ihrer werden Schulen und andere Bildungseinrichtungen, wie die Universität errichtet.
Solche Einrichtungen und das Ansehen der Stadt profitieren enorm vom Strom an politischen Flüchtlingen, die ins liberale Zürich abwandern. Zu diesen zählt unter anderem Georg Büchner, doch auch andere große Künstler, wie Richard Wagner oder Gottfried Keller zieht es nach Zürich.
Entgegen dem kulturellen Zugewinn, gerät die Stadt zur Mitte des 19. Jahrhunderts in eine Wirtschaftsdepression, die durch Hungersnöte, die aufgrund von Missernten und der Kartoffelepidemie entstehen, verschlimmert wird.
Nachdem es mit der Wirtschaft wieder Bergauf geht, folgt ein Ereignis aus dem Zürich noch mehr Profit schlagen kann: 1848 tritt die Bundesverfassung der Schweiz in Kraft. Zwar wird Zürich nicht zur Hauptstadt, doch ist es das ausschlaggebende Wirtschaftszentrum, wodurch der Stadt auch ein großer politischer Einfluss zuteil wird.
Dieser Status wird zusätzlich gefestigt durch Großindustrielle, die den Ausbau von Bildungseinrichtungen und Infrastruktur fördern. Wie etwa Alfred Escher, der die Eidgenössische Technische Hochschule gründet, und den Bau der Gotthardbahn, sowie den Ausbau des Schienennetzes fördert und finanziert. Mit diesem Ausbau wird auch die Bahnhofsstrasse zum Boulevard umstrukturiert und ein neuer Hauptbahnhof 1871 eingeweiht.
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