Landesmuseum Liechtenstein
29. März, 2007 von Moderator
Die wechselhafte Geschichte des Gebäudes des Landesmuseums
In einem der ältesten Gebäude von Vaduz findet man heute das Landesmuseum von Liechtenstein. Um 1500 wurde des Gebäude im spätgotische Stil errichtet und diente für eine gewisse Zeit vor allem als Sitz der Landvögte, schon um 1505 allerdings wurde des Gebäude im Brandischen Urbar als Gasthaus vermerkt, so dass die Nutzung als Vogtsitz insgesamt nicht besonders lange gedauert haben kann.
Dafür führte die Nutzung als Gasthaus vor allem zu einer Erweiterung der Innenausstattung, die das Museum bis heute sichtlich prägt; das berühmte „Schöne Zimmer“ zum Beispiel stammt aus der Zeit der ersten Nutzung als Gashaus und ist bis heute eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieses Bauwerks. Die Decke, die man damals für dieses Zimmer einrichtete, ist noch heute ein Schmuckstück.
Im Verlauf der Geschichte verliert man manchmal die Übersicht über die tatsächliche Nutzung des heutigen Museums, nicht zuletzt, weil der Name des Hauses in den Urbaren über die Jahrhunderte wieder und wieder wechselte. Auf jeden Fall ist das Gebäude allerdings identisch mit der Herberge „Zum Hirschen“ sowie mit der Tavernenwirtschaft „Zum Adler“, die man um 1810 kannte.
Wichtiger Wendepunkt in der gastronomischen Tradition des Gebäudes ist das Jahr 1637, als Graf Kaspar von Hohenems das Gebäude erwarb und zur fürstlichen Taverne ausbauen ließ. Die Pächter der Taverne amtierten nach dieser Zeit stets gleichzeitig als Zöllner, eine Tradition, die bis ins 18. Jahrhundert bestehen blieb.
Der berühmteste Gast aus dieser Zeit ist sicherlich der Dichter Johann Wolfgang von Goethe, der 1788 anlässlich seiner Rückkehr aus Italien im heutigen Museum einkehrte.
Nach und nach wurde vor allem auch der Rang als Zollamt wichtiger, und bald saß das Hauptzollamt von Liechtenstein in diesem Gebäude, welches die wichtige Handelsstraße zwischen Chur und Feldkirch kontrollierte.
Damit ist die Nutzung dieses Bauwerks in ihrer Vielfalt allerdings noch nicht am Ende angekommen: zwischen 1865 und 1905 dient der Bau als Sitz der Regierung, während die noch immer beinahe unveränderten gotischen Keller als Kerker benutzt wurden.
Erst spät begann die Nutzung als Landesmuseum, die noch heute aktuell ist: 1972 wurde die Verwendung des Gebäude auf diese Art beschlossen, hielt allerdings nur für 20 Jahre an, ehe es aufgrund von Schäden geschlossen werden musste. Mittlerweile ist das Gebäude gründlich restauriert worden und erfreut sich bei Besuchern Liechtensteins großer Beliebtheit, wahrscheinlich nicht zuletzt wegen dieser bewegten Geschichte der alten Mauern selbst.
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