Küche Südtirol
21. Dezember, 2006 von Moderator
Die Küche der unterschiedlichen Gebiete in Südtirol und den Dolomiten
Die verschiedenen Traditionen der Dolomiten und Südtirols haben sich auf einzigartige Weise vor allem regional niedergeschlagen. Auch wenn viele verschiedene Täler relativ nah beieinander liegen und man sich mehr oder weniger nur in der Nachbarstadt befindet, sobald man eines der Täler verlässt und das andere betritt zeigen sich hier starke individuelle Unterschiede, die auch kulinarisch eine erhebliche Bedeutung haben. Daher ist es sehr schwierig, von „ der “ dolomitischen oder südtiroler Küche zu sprechen, da sich diese in einem Ort so, im nächsten auf eine andere Weise ausdrückt.
Trotz der früheren Kosmopolität der Region, als Südtirol und die Dolomiten noch die Wächter des wichtigsten Handelsweges durch die Berge waren ist das Land eigentlich seit vielen Jahrhunderten beinahe streng konservativ, nicht zuletzt sicherlich durch die dörfliche Lebensform und die räumliche Lage.
Daher war der Austausch, der vielleicht ausgedehntere Traditionsregionen hervorgebracht hätte, hier nie sehr ausgetauscht. Man schätzte die Kochkünste der Nachbarn als Ausflug, blieb aber lieber bei den eigenen Speisen. Dies wirkt sich bis heute aus, da man nur schwer einige allgemein gültige Richtlinien über die dolomitische Küche aufstellen kann.
Dennoch gibt es natürlich Tendenzen, die sich leicht beobachten lassen. Im Groben kann man die Dolomiten kulinarisch in drei verschiedene Regionen unterteilen: in eine Knödel-, eine Nockerl- und Nudelregion, und diese drei Regionen überschneiden sich sogar zu weiten Teilen mit den politischen Einheiten der Region.
In Südtirol, auch im ladinischen Teil dieser Provinz, dominieren die Knödel eindeutig. Man schätzt seine Speckknödel zum Sauerkraut und fügt kleine Knödel in die Suppe. Im Trentiner Fassatal hingegen sind Nockerl beliebt, die hier die Leibspeise der meisten Bewohner ausmachen.
Einzige wirkliche Alternative zu dieser Spezialität scheinen den Trentinern die auch sonst im Trentino beliebte spinatgrünen Strangolapreti zu sein. Bei dieser Spezialität handelt es sich um eine Nudelart, die übersetzt den eigentümlichen Namen Priesterwürger trägt. Warum sie so heißen, weiß allerdings scheinbar niemand, oder sie teilen dieses Wissen nicht mit Fremden.
Ähnliche Tendenzen lassen sich beobachten im ehemals österreichischen Buchenstein und im Ampezzaner Tal.
Südlich der altösterreichischen Grenze in der Provinz Belluno sind Nudeln die Speise der Wahl. Der österreichische Einfluss war in dieser Region niemals so stark, so dass die italienischen Nudeln hier weitaus mehr Wirkung zeigten als die Knödel und Nockerl aus dem Norden.
Vor allem aber ist dieses Gebiet die Heimat der in der gesamten Region beliebten Polenta. Dabei handelt es sich um einen Maisbrei, der wie beinahe alle Breispeisen eigentlich aus der Not armer Leute hervorging, der heute aber auf geschickte Weise immer neu zubereitet wird.
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