Kloster Santa Croce

Die wechselhafte Geschichte von Santa Croce vor ihrer Fertigstellung

Es ist leicht einsichtig, dass eine Kirche mit einer so bewegten Geschichte auch mehrere Male ihr äußeres Erscheinungsbild verändert und sich den äußeren Bedingungen angepasst, oder diese an sich herangelassen hat. Ein gutes Beispiel für eine solche Veränderung ist der Bau der T-förmigen Riesenhalle.

Dieses Bauwerk von 115 Meter Länge begann 1294 der Baumeister Arnolfo di Cambio. Zu dieser Zeit war Cambio der meistbe­schäftigte Architekt der Stadt schlechthin, was man bei einem Spaziergang durch Florenz noch heute leicht zu sehen bekommt, wenn man auf die Erschaffer der historischen Werke achtet.

Diese Halle allerdings zählt nicht zu Cambios Meisterwerken, sondern entwickelte sich zu einem echten Problem. Sie wurde ein echtes Langzeitpro­jekt, das erst 1842 einigermaßen vollendet wurde und zwar durch den 1512 eingestürzten Glockenturm. Seine Spitze, ei­nem Minarett ähnlich, ist aus der Stadtsilhouette nicht mehr weg­zudenken.


 



Ein Jahrzehnt später begann man mit dem Bau der neugotischen Prunkfassade, die natürlich gegenüber dem Rest der Kirche nicht mehr zeitgemäß war. Damit dieser Bau möglich war, legte der englische Kunst­mäzen Sloane 12.000 Goldpfund in die Spendenbüchse; eine damals überaus beeindruckende Summe, zumal es für einen Engländer nicht typisch ist, ein Werk außerhalb seines Landes zu fördern. Man weiß jedoch, dass Sloane von Santa Croce so sehr begeistert war, dass er die Kirche nicht unvollendet wissen wollte.

Allerdings hätte es nicht unbedingt so weit kommen müssen, denn bereits im 15. Jahrhundert standen die Mittel zur Finanzierung der Kirche zur Verfügung. Hätten die Franziskaner die Offerte der Familie Quaratesi nicht ausgeschlagen, hätten sie für die Fertigstellung von Santa Croce über 100.000 Goldflorin verfügt, was damals mehr als genug gewesen wäre.

Allerdings weigerten sich die Mönche, das Wappen der Spenderfamilie an der Fas­sade anzubringen, weshalb Santa Croce heute keine Fassade hat, die zum Rest des Gebäudes wirklich passt.

Allerdings kann man nicht unbedingt sagen, dass diese Art von Kultursponsoring dem eigentlichen Geist einer Spende entspricht; weshalb die Position der Franziskaner nicht unverständlich war und ist.

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