Anfänglich fertigten vor allem kleine Betriebe Fahrräder in den Niederlanden

Wie in England waren es auch in den Niederlanden in der Anfangszeit vor allem kleine Schmiede oder Mitarbeiter von Metallfirmen, die sich zuerst nebenberuflich an die Herstellung von Fahrrädern wagten.

Mit der Zeit, als sich zeigte, dass ein Markt für dieses neue Gefährt vorhanden war, wagten sich zusehends auch die Nähmaschinenhersteller an die Produktion von Fahrrädern. Diesen Trend konnte man in besonders starker Form in England und Deutschland beobachten, doch war dieser Schritt auch für niederländische Hersteller nicht ungewöhnlich.

Nach und nach setzte sich der Trend zum Fahrrad in den Niederlanden durch, und viele Händler, die vorher nur die aus England gelieferten Räder montiert hatten, organisierten eine eigene Produktion.


 



In den neunziger Jahren des 19. Jahrhundert befand sich die niederländische Fahrradindustrie im Aufwind. Viele Hersteller konnten erste große Erfolge verzeichnen, und man entwickelte ein größeres Vertrauen in die im eigenen Land gefertigten Räder. In diese Zeit fällt auch die Gründung des Branchenverbandes “Nederlandsche Vereeniging ‘De Rijwielindustrie’”.

Am 17. Dezember 1893 in Utrecht kamen Vertreter vieler wichtiger Hersteller zusammen, um die Gründung dieses Verbandes zu beschließen. Nach dem Beitritt von Autoherstellern und der Erweiterung der Produktpalette durch Fahrradfirmen um 1900 trägt der Verband den Namen “De Rijwiel- en Automobiel-Industrie” (RAI), unter dem er bis heute existiert.

Unterdessen wurde das Fahrrad dank technischer Verbesserungen immer beliebter, und trotz allgemeiner wirtschaftlicher Schwierigkeiten waren 1893 und 1895 für die Fahrradbranche Rekordjahre.

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