Im Ahrntal
4. März, 2007 von Moderator
Was es entlang des Ahrntals zu entdecken gibt
Das Ahrntal zwischen Sand in Taufers und Käsern ist gut erreichbar. Wer die ungefähr 30 Straßenkilometer zwischen diesen beiden Orten mit 800 Metern Höhenunterschied abfährt, wird dazu normalerweise nicht lange benötigen; dabei lohnt sich diese Fahrt um so mehr, denn wer hier unten im Tal bleibt ist meist enttäuscht, das Ferienglück liegt weiter oben.
Das niedriger gelegene Tal ist nur wenig interessant, und die Streusiedlungen Luttach, Sankt Johann, Sankt Martin, Steinhaus, Sankt Jakob, Prettau und Klausberg sind schnell passiert, ohne dass sich ein längerer Aufenthalt wirklich lohnen würde. Die Siedlungen sind zwar keineswegs unansehnlich, doch haben sie auch nicht wirklich viel zu bieten.
Einzig die Fahrt mit dem Rad durch das tiefere Ahrntal ist lohnend, da man hier die kleinen Kapellen an Weggabelungen sieht und die Scheunen und alten Wirtschaftsbauten, die Bauerngärten und die Birnen an den Südwänden der alten Höfe. All dies ist charakteristisch für dieses Tal und die gesamte Region, so dass man hier durchaus auch als Nicht-Radler überlegen sollte, in die Pedale zu treten.
Interessanter wird es vor allem weiter oben, in jenen Regionen, die man mit einem gewöhnlichen Fahrrad nicht so leicht erreichen kann. Daher erblicken meist nur Wanderer und Mountainbiker die höheren Lagen des Ahrntals. Hier, über der Zone der Bergbauernhöfe erstreckt sich ein kaum unterbrochener Waldgürtel von beeindruckender Imposanz, der jedoch leider nicht besonders naturbelassen ist.
In der Tat ist kaum alter Wald dabei, da die meisten Teile neu aufgeforstet sind, dies aber mittlerweile in beträchtlicher Dichte. Der Bergbau im Tal, der erst vor kurzem eingestellt wurde, benötigte viel Holz und sorgte so dafür, dass weite Teile der alten Waldflächen nach und nach abgeholzt wurden, bis man ein großes Aufforstungsprogramm startete, das mittlerweile wichtiger Erfolge feiert. Was hier früher nicht im Bergbau verbraucht wurde, verheizten die Schmelzöfen, von denen ein Schornstein noch als Halbruine an der Straße oberhalb von Prettau steht.
Wenn man sich als Reisender noch weiter hinauf wagt, kommt man auf die Almen, auf denen die Bauern im Sommer ihre Rinder aufpäppeln und Heu schneiden. Diese Almen sind wie viele andere in den Dolomiten noch weitgehend naturbelassen, und die Landwirte gehen hier in erstaunlicher Ursprünglichkeit ihrer Arbeit dar.
Das Heu, das man hier im Sommer herstellt, sorgt noch heute dafür, dass die Tiere und die Menschen selbst den langen Winter überstehen, der das Leben in diesen Höhen unangenehm und anstrengend machen kann; selbst in so modernen Zeiten wie den unseren.
Dennoch haben sich die Almbewohner einigermaßen auf die Besucher eingestellt und bieten vor allem im Sommer einige Services für die Besucher an, die immer wieder gerne in diesen natürlichen tirolischen Raum kommen.
Ganz oben im Tal weiden die Schafe und Ziegen, denen der schroffe Boden nicht viel ausmacht. Rund um die Seen in den Gebirgskaren, den Grießbachsee, den Waldnersee, den durch die Klausberg-Seilbahn erschlossenen Klaussee findet man diese traditionellen Weideplätze, die noch heute beinahe unberührt daliegen. Noch weiter darüber glänzen die Gipfel, viele von ihnen eisbedeckt. Sie stellen die wirkliche Herausforderung der Dolomiten dar: die Regionen, die nur von erfahrenen Bergsteigern mit der entsprechenden Ausrüstung erklommen werden können.
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