Hauptstadt Italiens
22. Januar, 2007 von Moderator
Rom - Die Ernennung zur Hauptstadt, durch die Weltkriege bis heute
Die Stadt ist schon vor dem Beginn der Moderne durch eine besondere politische Entwicklung geprägt. Am 20. September 1870 wurde Rom zur Hauptstadt Italiens, als die Truppen des Papstes besiegt wurden durch die einfallen Truppen des Königreiches Italien durch das Porta Pia.
Die Ernennung der Stadt zur Hauptstadt des Königreiches brachte eine Reihe von rasanten Entwicklungen in Gang, die sich nicht immer nur positiv für die Stadt auswirkten.
Zwar war einerseits das rasante Wachstum der Bevölkerung für die Hauptstadt des Königreiches natürlich erstrebenswert; allerdings brachte es auch unliebsame Nebeneffekte wie zum Beispiel die unregelmäßige Bebauung und Erweiterung der Stadt mit sich. Rom wurde zu einem Schmelzkessel verschiedener italienischer Kulturen, die alle ihren Teil dazu betrugen, die neue Hauptstadt auf einzigartige Weise zu prägen.
Den Ersten Weltkrieg, der im frühen 20. Jahrhundert den wohl einschneidensten Schrecken dieser Zeit darstellte, überstand die Stadt glücklicherweise ziemlich unbeschadet.
Während des Zweiten Weltkrieges kam es allerdings zu massiven Bombardierungen durch die Amerikaner, die in der Stadt ungeheure Schäden anrichteten. Die Besetzung durch die Deutschen, die bis zum Ende des Kriegs anhielt, war ebenfalls nicht dazu angetan, den Zustand der Stadt zu verbessern, zumal Rom das italienische Zentrum des Widerstandes gegen die Besatzer war.
Tragische Ereignisse prägen diese Zeit, und es kam zu einer Reihe von furchtbaren Massakern wie dem an den Ardeatinusgräben. Die Besatzer zeigten sich nicht zimperlich, als es galt, den Widerstand zu besiegen, und auch wenn sie bis zum Ende des Krieges damit keinen völligen Erfolg erzielen konnten, mussten die Menschen in Rom schrecklichen Blutzoll dafür zahlen.
Nach dem Ende des Krieges wurde die Monarchie, die bis dahin die Herrschaftsform in Italien gewesen war, durch die Republik ersetzt. Rom blieb Hauptstadt Italiens und konnte seine wichtige Rolle als politische führende Stadt der Halbinsel trotz des rasanten Wechsels der Herrschaftsformen behaupten.
Heute ist Rom eine europäische Großstadt von Weltformat, die mehr als jede andere von der beachtlichen und wendungsreichen Geschichte geprägt ist, die sie in beinahe drei Jahrtausenden erlebt hat.
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