Gründung Liechtenstein
8. März, 2007 von Moderator
Wie die Gründung Liechtensteins durch das Adelshaus vonstatten ging
Ungefähr 150 Jahre nach der Erwerbung durch Heinrich I. sollte dieses Besitztum zum ersten Mal seinen Wert unter Beweis stellen. Johann I. von Liechtenstein, der während fast 30 Jahren als Hofmeister die Regierungsgeschäfte des Habsburger Herzogs Albrecht III. geführt hatte, wurde ein Opfer der politischen Bestrebungen der Habsburger und fiel rasch in Ungnade; innerhalb von kürzester Zeit zwang man ihn und seine Familie, auf einen Teil der Besitztümer der Familie zu verzichten.
Besonders die Ländereien südlich der Donau, die bis dahin für die Liechtensteiner einige Bedeutung gehabt hatte, unterlagen dieser Veränderungen und befanden sich schon bald nicht mehr im Besitz der Familie.
Die Familie von Liechtenstein ließ sich allerdings von dieser unangenehmen Entwicklung nicht lange lähmen: schon bald bemühte man sich, den niederösterreichischen Besitz durch Neuerwerbungen zu festigen. Große Aufmerksamkeit maß man damals auch dem Land in Südmähren bei, welches zwar wirtschaftlich nicht unbedingt zu den wichtigsten Gütern der Familie gehörte, das allerdings nicht nur traditionell, sondern auch politisch einige Bedeutung hatte.
Durch geschickte politische Schachzüge gelang es den Liechtensteinern, diesen Besitz zu erweitern und zu festigen.
Das 13. Jahrhundert verlief für die Liechtensteiner auch weiterhin sehr turbulent. Innerhalb von kurzer Zeit teilte die Familie sich in die Liechtensteinische, die Rohrauer und die Petroneller Linie, wobei allerdings nur die Liechtensteinische Linie das Jahrhundert überdauern sollte: die beiden anderen Zweige starben schon in der nächsten Generation aus.
Dies war vor allem deshalb sehr unangenehm, weil die Vererbung durch diese Entwicklung sehr unklar war, und die Liechtensteiner zogen große Nachteile aus dieser Veränderungen: viel wertvoller Familienbesitz ging dadurch verloren. Für einige Jahrhunderte war das Adelshaus nach dieser Entwicklung eines der eher unbedeutenden in Europa, weil vor allem der Landbesitz natürlich über den politischen und wirtschaftlichen Einfluss eines Adelsgeschlechtes entschied.
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