Grachtenreinigung
20. August, 2007 von Moderator
Eine besondere Sehenswürdigkeit, die man so nur in Amsterdam findet
Natürlich findet man in Amsterdam auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten zum Thema Wasser, die einen Besuch in der Stadt besonders interessant machen. Nicht alle Sehenswürdigkeiten zu diesem Thema sind allerdings historisch oder kulturell; sie bestechen aber meist dennoch durch einen Seltenheitswert, so dass es in Amsterdam genug zu entdecken gibt.
So kann man, wenn man abends an den Grachten entlang geht und ein bisschen Glück hat, vielleicht Zeuge eines einmaligen Phänomens werden, das einen weniger bekannten Aspekt der Beziehung Amsterdams zum Wasser darstellt: nämlich die Reinigung und Instandhaltung der zahlreichen Grachten.
Zwischen 19.00 und 20.30 Uhr werden seit langer Zeit jeden Abend zahlreiche Schleusen in der Amsterdamer Innenstadt geschlossen, die für die Erneuerung des Grachtenwassers sorgen. Diese Schleusen sind zu großen Teilen so alt, dass dies noch immer mit der Hand geschieht. Auch recht große Schleusen werden noch immer auf diese Weise geschlossen.
In Amstel, gegenüber dem Theater Carré, oder bei der Haarlemmersluis im Singel kann man die Bewegungen großer Schleusen beobachten, die von Hand bewegt werden. Zwei Männer drehen mit großen Holzrädern, den so genannten “Schubpressen”, wie man in Amsterdam sagt, die verschiedenen Schleusen zu.
Wenn diese Arbeit überall in der Stadt beendet ist und alle Schleusen verschlossen sind, was normalerweise so ungefähr um 20.30 Uhr der Fall ist, wird an der Ostseite der Stadt, auf der Insel Zeeburg, ein riesiges Schöpfwerk in Betrieb gesetzt. In einer Nacht pumpt das Schöpfwerk mehr als eine halbe Million Kubikmeter Wasser aus dem Ijsselmeer in die Grachten.
Damit diese gewaltigen Wassermassen die Stadt auch wieder verlassen können, bleiben an der Westseite der Stadt einige Schleusen offen, die einen Weg ins Meer darstellen. Durch diese Schleusen wird das Grachtenwasser in das „IJ“ gestaut; jenen Teil des Hafens zwischen Ijsselmeer und Nordseekanal, und strömt danach durch den Nordseekanal in die Nordsee.
Auf diese Weise wird innerhalb von drei Tagen die gesamte Wassermenge der Amsterdamer Grachten erneuert. Diese Wasserpflege der Grachten geschieht sieben Tage in der Woche und 52 Wochen im Jahr, da schon ein kurzzeitiges Aussetzen dieser Maßnahme zu einer unangenehmen Verschmutzung der Grachten führen könnten.
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