Grabkammer

Grabkammer und Kunstgalerie in einem

Faszinierend ist diese Grabkammer vor allem wegen ihrer künstlerischen Vielfalt. Die mo­dernsten Errungenschaften der flämischen Öl-Maltechnik findet man hier direkt neben dem an die spätgotische Tradition des Benozzo Gozzoli anknüpfen­den Dreikönigszug im Hinter­grund des Bildes.

Hier kommen Stilelemente zusammen, die man in dieser Kombination normalerweise nicht findet, so dass insgesamt ein sehr vielfältiges und attraktives Innenleben dieser Kammer entsteht. Erstaunlich ist vor allem auch die Tatsache, dass all diese Elemente hier zu einer Einheit zusammenfließen.

Rechts und links vom Altar ist das kniende Stifterpaar Sassetti an der Wand porträtiert, für die diese Kammer erschaffen wurde; auch wenn sie natürlich im Sinne des Florentinische Mäzenatentums zugänglich geplant war. In der Nähe der Giuliano da Sangallo zugeschriebe­nen Grabmäler findet man weitere interessante Kunstwerke.


 



Interessanterweise verlegte Ghirlandaio die Franziskus­geschichte nach Florenz: Piazza Santa Trini­ta und Piazza della Signoria mit der Loggia del Lanzi sind im Hinter­grund der Szenen über dem Altar deutlich erkennbar.

Dieser Schritt, der auf den ersten Blick verwunderlich erscheint, ermöglichte dem Künstler sehr vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten mit Bekanntheiten aus dem öffentlichen Leben zu seiner Zeit, von denen er auch reichlich Gebrauch machte. Rechts schaut ne­ben Mäzen Sassetti der knollen­nasige Lorenzo il Magnifico zu.

Der Medici-Patriarch, der zu dieser Zeit der einflussreichste Mann in Florenz war, ist hier auf einem der seltenen Originalporträts abgebildet. Man weiß, dass Ghirlandaio Lorenzo kannte, weshalb es sich um eine besonders verlässliche Darstellung handelt.

Allerdings sollte man ein Fernglas bei der Hand haben, um im Scheinwer­ferlicht das einzige erhalten gebliebene Originalporträt Lorenzos näher kennen zu lernen. Die anderen Originalporträts des berühmten Mäzens und Stadtvaters sind im Laufe der Jahrhunderts zerstört worden oder verschollen, so dass man nicht viele belegte Vorstellungen darüber hat, wie dieser berühmte Florentiner wirklich ausgesehen hat; mit Ausnahme dieses kleinen Porträts.

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