Gladiatoren
18. Januar, 2007 von Moderator
Blutige Sklavenkämpfe im Kolosseum in Rom als Volksbelustigung
Ein Aspekt der Geschichte des römischen Reiches wird von vielen Historikern und Laien seit jeher mit besonderem Interesse bedacht: die Gladiatoren, die in blutigen Spielen für die Belustigung des römischen Volkes sorgen sollten.
Dieses Interesse zeigt sich nicht nur in den typischen Bildern, die die Erwähnung des Begriffes in den Köpfen der meisten Menschen hervorruft, sondern auch zum Beispiel in den vielen Adaptionen, die man zu diesem Thema in amerikanischen und italienischen Filmen findet. Nicht zuletzt der große Monumentalfilm Gladiator hat dazu beigetragen, eine neue Welle des Interesses für diese Kämpfer auszulösen, die im Laufe der Geschichte aus einer Reihe von verschiedenen Perspektiven betrachtet wurden.
Die Gladiatorenspiele galten für lange Zeit als tiefer und treffender Ausdruck der menschenverachtenden Tendenzen des römischen Imperiums, da das Verheizen der Krieger in teilweise tödlichen Spielen in unseren modernen Augen der Ausdruck einer völlig zweifelhaften Moral war.
Die Vorstellung, dass Kriegsgefangene, die nach einer verlorenen Schlacht nun Sklave Roms waren, in blutigen Kämpfen gezwungen wurden, ihr Leben zu riskieren, wurde als Bestätigung vieler verbreiteter Vorurteile über das Leben der Menschen im römischen Reich bewertet.
Das große Kolosseum Roms, der Circus Maximus, war dabei scheinbar nur der letzte Beweis, dass viele römische Herrscher ein geradezu menschenverachtendes Interesse daran hatten, ihr Volk auf diese Weise ruhig zu stellen. War doch der Bau einer solchen monumentalen Arena sicher mit derartigen Kosten verbunden, dass man ihn nur dann als interessant ansehen konnte, wenn auch ein entsprechender Nutzen daraus erwuchs.
Brot und Spiele – diese zwei Worte sind mit dem Schicksal der waffenfähigen Sklaven im antiken Rom so eng verbunden, dass die moralische Verurteilung der Spiele nur allzu nahe liegt.
Es scheint, als hätten sich die Herrscher von Alt Rom nicht nur der Religion als Opium fürs Volk bedient, sondern zugleich noch auf diese Art und Weise die interessante und für eine derartige Hochkultur sehr bedenkliche Blutgier des einfachen Volkes befriedigen wollen.
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