Ghibbelinen Guelfen

Wie der blutige Konflikt zwischen den Parteien in Florenz ausartete

Für die Ghibellinen war der Becher zum überlaufen voll, und sie wollten die Kränkung durch den Unbelehrbaren nicht hinnehmen. Als der treulose Verlobte über den Ponte Vecchio ritt, legten sie ihm einen Hinterhalt.

So erwartete ihn dort schon der Tod aus der Hand der Ghibellinen, was den großen Konflikt auf den Weg brachte und großes Blutvergießen nach sich zog, da die weniger militanten Guelfen nun ihrerseits diese Kränkung nicht mehr hinnehmen wollten.

Die am Ende siegreich gebliebene Guelfenpartei spaltete sich in weiße und Schwarze, was ein erneutes Konfliktpotential barg, dem sich die streitlustigen Florentiner nicht entziehen konnten. So gingen das Konfiszieren von Gütern, die Vertreibungen ins Exil und die grausamen Todesurteile gegen die Konkurrenz nach altem Brauch weiter.

Was hier vielleicht anklingt wie ein Familienstreit war in Wirklichkeit eine ausgewachsene und überaus blutige Schlacht um Macht und Einfluss, die nicht erbitterter hätte ausgefochten werden können.


 



Was genau diesen Streit einmal ausgelöst hat, ist heute nicht mehr klar, doch geht man davon aus, dass auch so mancher Beteiligter in der Vergangenheit nicht genau wusste, aus welchem Grund man eigentlich diesen erbitterten Krieg führte.

Wie bei anderen politischen Streitigkeiten in dieser Zeit waren zumeist tradierte Familienfehden der Ursprung für den Ärger und die konkurrierenden Parteien waren eventuell schon seit mehreren Generationen zerstritten, oder der Auslöser war Rache, Hab- und Machtgier.

Zusätzlich zu der ohnehin schon brisanten Lage im mittelalterlichen Florenz kam die Tatsache, dass auswärtige politische Kräfte von Mailand bis Neapel, aber auch Franzosen und Spanier, oder Kaiser und Papst, in diesem Hexenkessel kräftig mitmischten. Das Ergebnis war ein Pulverfass, dass sich immer wieder in blutigen und erschreckenden Konflikten Bahn brach.

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