Geburt der Venus

Wissenswertes zu dem wohl berühmtesten Bild Botticellis

Obwohl sie eine antike Liebesgöttin ist, die eigentlich nicht unbedingt für ihre Schamhaftigkeit gerühmt wurden, prägten natürlich moralische Vorstellungen der Renaissance auch die Art und Weise, wie in dieser Zeit gemalt wurde.

Zwar steigt die Venus nackt aus einer Riesenmuschel, doch wirkt sie durch die schamhafte Geste ihrer Hände, durch die Linienführung der Arme und der welligen Haar­pracht wie das Symbol der Unschuld par excellence.

Doch jenseits dieser Idee von der Venus verlieh Botticelli dieser weiblichen Gestalt einen enormen Ausdruck. Melan­cholie in ihrem Blick, Regungs­losigkeit in ihrem Schritt ent­rücken sie der Realität. Sie ist die Darstellung einer Göttin, halb eine Erscheinung, und alles in diesem Bild weist auf diese Tatsache hin.


 



So irreal wie sie selbst sind auch die stilisierten Meeres­wellen; in diesem Bild dominiert ein­deutig die strahlende Schönheit dieser Göttin, der Botticelli auch sein Werk gewidmet hat.

Es geht das Gerücht, dass in diesem Bild eine reale Frau zu erkennen ist, nämlich Simonetta Vespucci. Sie war Botticellis still verehrte Muse und die Geliebte Giuliano de Medicis. Ganz Botticellis Stil angepasst soll dieser übrigens als Merkur am linken Rand des „Frühlings“ dargestellt sein.

Beide Beobachtungen lassen sich natürlich nicht sicher belegen, doch scheinen sie den Tatsachen zu entsprechen, denn selbst wenn Botticelli Simonetta nicht als direktes Vorbild für seine Venus gewählt hat, so hat er die Figur doch wenigstens an diese Frau angelehnt.

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