Fürstentum Liechtenstein

Die Liechtensteiner Staatsform - die parlamentarische Monarchie

Liechtenstein mag ob seiner Ausmaße wie ein Zwerg erscheinen, und doch ist dieses Land selbstbewusst und zählt sicher nicht zu den unwichtigen Ländern Europas. Als Fürstentum ist die Entwicklung des Landes seit vielen Jahrhunderten eng mit dem Adelshaus, welches den Rang des Staatsoberhauptes innehat, verbunden, und diese Verbindung hat sich auch im 20. Jahrhundert niemals stark verändert.

Dennoch nimmt das Liechtensteiner Fürstenhaus nicht nur eine wichtige Rolle in einem so relativ traditionalistisch organisierten Staat ein; es hat auch den Wandel vom Feudalismus zur Moderne geschafft, und die Fürsten von Liechtenstein sind schon seit geraumer Zeit beispielsweise als Unternehmer sehr erfolgreich.


 



Man wird die selbstgefällige Rolle, die man der Aristokratie im auslaufenden Feudalismus gerne als ihr Verhängnis nachsagte, in Liechtenstein nicht finden, denn hier hat man erkannt, dass jede erhaltene Tradition durch eine Veränderung hin zur Moderne erhalten werden muss. Und diese Gratwanderung zwischen diesen beiden Welten begeht nicht nur das Fürstenhaus, sondern der gesamte Staat souverän und selbstbewusst.

Die relativ verbreitete Vorstellung, dass die monarchischen Wurzeln eines Landes heute nicht mehr sind als allenfalls eine anachronistische Spielerei, wird man in diesem Staat nicht finden, auch weil Liechtenstein der Beweis dafür ist, dass dieses Vorurteil nicht in Erfüllung gehen muss.


 



Wenn die Repräsentanz, die die Monarchen anderer Länder heute noch für ihre Heimat darstellen, nur eine untergeordnete Rolle der feudalen Wurzeln zulässt, so schafft des Liechtenstein dennoch, nicht nur seine Traditionen zu erhalten, sondern ihnen gleichzeitig in einer veränderten Welt einen neuen Sinn zu verleihen.

Dieser besondere Charakter, diese Eigenart ist es wohl, die einen Besuch in Liechtenstein trotz seiner geringen Größe so interessant macht. Hier verschmelzen die moderne und die alte Welt, die durch die französische Revolution beinahe unabwendbar umgeworfen wurde, zu einem Konglomerat, in dem man die Hilflosigkeit überholter Traditionen in der Tat vergeblich sucht.

Liechtenstein ist nicht das, was man sich unter einem kleinen Staat mit einer parlamentarischen Monarchie vorstellen würde, und doch ist es gerade diese Rolle, die diesem Land eine so besondere Bedeutung in Europa verleiht, die die Liechtensteiner mit Stolz tragen.

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